Januar 19, 2012
Unfassbarer Idiot
Es fühlt sich gerade etwas seltsam an, wenn ich hier schreibe, da ich ewigs nicht mehr gepostet habe und gar nicht mehr weiss, ob ich einen eingermassen lesbaren Text zustande bringe und überhaupt die Geduld dazu habe. Denn eigentlich ist mir momentan überhaupt nicht zum schreiben zu Mute. Lieber möchte ich jemanden erwürgen. Seinen Kopf ins Wasser halten und ihn nie mehr atmen lassen. Und DIESES Gefühl hab ich schon lange nicht mehr gegenüber einem Menschen empfunden. Genauso lange ist es her, seit ich so krass verarscht worden war. Vielleicht sollte ich das Ganze ein wenig erläutern:
Ich hatte jetzt bald zwei Jahre lang ein Verhältnis mit einem Mann. Die ersten anderthalb Jahre war es eine Affäre und er hatte eine Freundin (schon das hätte mich natürlich abhalten sollen). Gleichzeitig ist war er in dieser Zeit mein engster (männlicher) Vertrauter und mein bester Freund geworden. Wir waren sehr eng, konnten und alles sagen und fanden beieinander sehr viel Geborgenheit. Irgendwann letzten Sommer/Herbst sind die Gefühle dann intensiver geworden und es wurde Liebe. Wir gingen es jedoch sehr vorsichtig an, da wir beide gebrannte Kinder sind. Er mit seinen Koksgeschichten, ich mit meiner Bulimievergangenheit. Zudem war es immer schon sehr schwierig geworden, sobald es ernster wurde, weil wir wohl ziemlich andere Vorstellungen von einer Partnerschaft haben. Des weiteren habe ich ihm von Anfang nicht vertraut (wie hätte ich auch sollen…), sei es bezüglich anderer Frauen, sei es bei seinen Drogengeschichten. Von Herbst bis Ende Jahr war es ein Auf und Ab mit vielen wunderschönen Momenten und einer kleinen Drogeneskapade seinerseits. Zudem hatten wird beide unabhängig voneinander über Weihnacht/Neujahr Urlaub gebucht und wollten diese Zei noch nutzen, dass jeder innerlich zur Ruhe kommen und zu sich selber finden kann. Îch ging nach Asien surfen, er nach Ägypten tauchen und wir planten, im neuen Jahr eine ernsthafte Beziehung einzugehen.
Im Urlaub schickten wir uns sehnsüchtige SMS, er schwörte mir x-mal seine Liebe und schrieb, er wolle, dass wir uns im 2012 Mühe geben, dass es klappt zwischen uns. Als wir uns nach dem Urlaub sahen, konnten wir kaum voneinander getrennt sein, da wir uns so vermissten und die Nähe geossen. Kleine Anmerkung: jedenfalls war es bei MIR so…In der zweiten Woche des neuen Jahres wurde ich jedoch stutzig…ab und zu machte er seltsame Bemerkungen im Sinne von „das (irgendwas x-beliebiges) ist unser KLEINSTES Problem“…. oder „mit MIR wirst du sowieso nie ein Kind haben“…etc. An dem Abend als wir dann unsere Beziehung offiziell begründen wollten, waren wir beide schon etwas müde von der Arbeit. Als wir dann erschöpft in meiner Küche sassen, klingelte sein Handy und er reagierte seltsam. Deshalb fragte ich, wer es sei. Nach langem hin und her sagte er dann, er hätte im Urlaub einer Frau, die er nur ‘kurz’ gesehen hatte, seine Nummer gegeben. Diese Aussage gab mir so den Rest, dass ich ziemlich kurz darauf ins Bett musste, weil ich so erschöpft war. Ausserdem war ich sehr enttäuscht, dass wird nun doch nicht unsere Beziehung offiziell machten.
In dieser Nacht hatte ich einen merkwürdigen Traum. Ich träumte, dass wir eine Beziehung hatten und er mir ständig Dinge verheimlichte und krumme Dinge drehte. Ausserdem hatte er im Traum etwas mit einer anderen Frau. Am nächsten Tag war ich sehr geschockt, weil mir der Traum so real vorkam und mich tief im inneren erschütterte. Die folgenden Tage hatte ich ein laufend schlechteres Gefühl, auch wenn er so tat als sei nichts. Am Sonntag, als wir uns eigentlich verabredet hatten, hatte ich dann den ganzen Tag nichts von ihm gehört. Auf meine Anrufe antwortete er nicht. Ich hatte den ganzen Tag über ein schreckliches Gefühl. Ich spürte, dass irgendwas nicht gut war und dass es nichts mit Drogen, sondern eher mit anderen Frauen zu tun hatte. Erst kurz vor sechs Uhr abends schrieb er mir, ob wir uns in einer Viertelstunde bei mir treffen könnten. Ich war erstaunt, denn er schreibt – ausser wenn er zB. im Urlaub ist oder es ihm sonstwie unmöglich ist, zu telefonieren – nie SMS. Ich wusste, dass etwas nicht stimmte. Denn normalerweise rief er mich täglich etwa 6-8mal an, und das ist keine Übertreibung. Um sechs tauchte er dann auf und machte meiner Ansicht nach einen ziemlich geknickten Eindruck. Ich glaube, jemand anderem wäre gar nichts aufgefallen, denn er sah gut und gesund aus und versuchte, sich normal zu benehmen. Ich WUSSTE aber, dass etwas nicht stimmte und stellte ihn zur Rede. Etwa eine viertel Stunde lang, tat ers so als sei nichts und stritt alles ab. Er sagte sogar noch „sag doch du’s mir, was mit mir los ist, ich weiss überhaupt nicht, wovon du sprichst“. Als ich dann drohte, ihn rauszuschmeissen, rückte er raus: Diese Frau, die in angerufen hatte, hatte er nicht nur kurz gesehen. Was er im Urlaub mit ihr machte, weiss ich nicht. Auf jeden Fall aber sass sie neben ihm auf dem Rückflug und bat ihn um ein Treffen. Ich fragte ihn dann ganz perplex: „UND???? Wirst du dich mit ihr treffen?“. Er meinte nur so: „ich weiss es nicht“. Boah…das gab mir den Rest! Ich konnte nicht mehr und rückte raus, dass für mich nun alles Sinn machte, sein Verhalten, sein Rückzug, sein schlechtes Gewissen. Ich sagte ihm, dass ich so sicher nicht mit ihm eine Beziehung führen werde, da ich ihm sicher nicht vertrauen könne, wenn er bereits jetzt zu Beginn mit anderen Frauen was habe. Ich sagte ihm, dass ich mir in einer Beziehung Sicherheit und Beständigkeit wünsche und dass ich nicht damit umgehen könne, wenn mein Partner ständig links und rechts schaut, ob noch was Besseres auf dem Markt sei. Er meinte dann, das sei gar nicht der Fall. Darauf erwiderte ich, dass ich aber dennoch das Gefühl habe, dass er eine andere Partnerin suche. Dieser Aussage stimmte er dann geknickt zu. Das gab mir endgültig den Rest und ich liess ihn wissen, dass ich so niemals eine Beziehung mit ihm wolle. Er stellte dann auf „voll überrascht“ und hatte noch die Frechheit, mir zu sagen, dass er meine Aussage zuerst verdauen müsse. Dann haute er ab mit dem Kommentar, dass er sich dann morgen melden werde. Darauf fragte er noch: „darf ich mich überhaupt noch melden morgen? Du hast ja gesagt, dass du mir eh nie vertrauen wirst“. Diese auf den ersten Blick sinnlose Aussage demonstriert bestens seine manipualtive Art. Er wollte damit einfach herausfinden, ob trotzdem noch was drinliege zwischen uns, auch wenn er totalen Bockmist geliefert hat.
Als er weg war, war ich immer noch perplex und geschockt. Ich rief sofort meine besten Freundinnen an, um mal nachzufragen, ob so ein Verhalten wie er es an den Tag legte, normal war und ob ich diejenige war, die übertrieben reagierte. Ich wusste tatsächlich nicht mehr, wo mir der Kopf stand. Zum Glück haben mich meine Freundinnen unterstützt. Die eine Freundin riet mir, ihm zu schreiben, er solle mich bitte nicht anrufen, sondern ICH werde mich melden, wenn ich soweit sei. Gesagt, getan. Dies ist jetzt vier Tage her und ich habe mich noch nicht gemeldet. Und das werde ich auch nicht tun. Sobald ich mit ihm in Kontakt wäre, würde er versuchen, mich zu manipulieren, mir ein schlechtes Gewissen zu machen und die ganze Sache so zu verdrehen, das ICH diejenige bin, die das Ganze in den Abgrund geführt hat. Für mich ist endgültig Schluss. Und ich will ihn auch nicht mehr nur als guten Freund. Denn mal ehrlich: Ich will doch keine Freunde, die Frauen so beschissen behandeln. Ich will gute Menschen als Freunde. Ich hab mich in Ihm getäuscht und – wie so viele naive Frauen - habe ich in ihm vor allem sein Potenial geliebt, nicht aber seine aktuelle Persönlichkeit.
Das ist so in etwa die Geschichte. Am Sonntag und Montag litt ich sehr. Eine Freundin versorgte mich mit Blumen, Massagegutschein und kochte mir Essen. Denn das mit dem Essen war bisher seine Aufgabe gewesen und ich muss zugeben, dass es mich über Monate hinweg fast 100% von Bulimierückfällen bewahrt hat. Es tat mir gut, mich nicht ums Essenmachen zu kümmern, nicht einzukaufen, nicht zu kochen, sondern nur heimkommen, an den Tisch sitzen und mit jemandem zusammen zu essen. Ich heulte dier ersten Nächte in mein Kopfkissen, hatte auf der Autofahrt zur und von der Arbeit Schreikrämpe und fluchte unablässig, was er für ein totaler Vollidiot sei. Das tue ich auch jetzt noch. Immer wieder schwirrt mir durch den Kopf, was er für ein Volldepp ist, der alles kaputt gemacht hat. Andererseits bin ich ihm auch dankbar, denn bessser wäre es auch nicht geworden, wenn wird eine Beziehung geführt hätten. Von dem her ist es ein Ende mit Schrecken, aber dafür sich ein Ende…Mit der Chance auf einen Neuanfang für mich und mein eingenes Leben.
Juli 10, 2011
Schmerz
Nun also doch…Nach all dem Kontakt, denn ich hatte mit meinem „Lover“ auf Bali, gibt es nun eine Art Ruhepause. Er ist beschäftigt mit den dortigen Feierlichkeiten. Die Balinesen feiern teilweise tagelange Zeremonien und zurzeit ist dort so was ähnliches wie bei uns Weihnachten. Kurzum: ich hatte eine Weile gar nichts mehr von ihm gehört. Er war nie mehr auf Skype, nicht auf Facebook und auch nicht per Handy erreichbar. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und schickte ihm eine SMS, er solle mir bitte mitteilen, ob er noch lebe, ich mache mir Sorgen. Darauf schrieb er mir dann zurück und erwähnte die Feierlichkeiten, mit denen er sehr beschäftigt sei. Es geht ihm gut. Und mir geht es schlecht. Wegen ihm. Und das ist nicht gut.
Ich bin wirklich sehr am trauern. Es ist ja nicht so, dass er mich jetzt offiziell verlassen hätte oder so was. Aber mir wurde einfach von selber bewusst, dass von dieser Beziehung in Zukunft nichts zu erwarten ist. Jedenfalls nichts, was mir wirklich das geben kann, was ich brauche. Und diese Erkenntnis ist verdammt hart. Es ist so krass, was ich im vergangenen Monat für ein Leben führte und es immer noch tue, zumindest nun mit dem Versuch, endlich etwas grundlegend zu ändern. Ich bin seit der Rückkehr von Bali gar nicht mehr richtig zu Hause angekommen. Ich war in einer Zwischenwelt stecken geblieben, vielleicht sogar in Bali geblieben mit dem Herzen. Nichts hat mir mehr wirklich Spass gemacht und ich empfand für nichts mehr wirklich Freude hier. Nicht mal mehr an Treffen mit Freunden konnte ich viel abgewinnen. Ich war immer froh, wenn ich wieder in meinen eigenen vier Wänden war und darauf hoffen, konnte mit ihm zu skypen oder zu chatten. Ich weinte fast jeden Tag. Auf Sport hatte ich keine Lust mehr, die täglichen Pflichten machten mir Mühe und ich war einfach nur noch müde. Fast schon lebensmüde. Des Weiteren spürte ich immer mehr, dass dies nicht gut war, dass es nicht geht, dass ich so am Leben vorbeilebe. Ich wusste ja auch, dass er in Bali sein Leben so weiterlebt und damit sehr zufrieden ist. Und dass er mich vielleicht zwar schon vermisst, aber deshalb sicher nicht aufhört, sein Leben zu geniessen und seinen Spass zu haben.
Inzwischen bin ich für die Kontaktpause sehr dankbar, denn sie zwang mich, wirklich hinzuschauen und mein Leben hier wieder aufzubauen. Ich musste mir bewusst werden, was und wen ich hier habe und wie ich es am Besten auf die Reihe kriege, um das Leben hier zu geniessen. Der Weg zu der Erkenntnis war und ist hart. Ich weine oft. Oft auch vor anderen Leuten. Wenn ich aus bin, im Zug, an Treffen mit Freunden, auf dem Weg zur Arbeit, bei der Arbeit, auf dem Nachhauseweg. Und es sind bittere und schmerzvolle Tränen, die irgendwo aus dem tiefsten inneren Trauerschmerz hervorquellen. Es ist so hart. Und gleichzeitig weiss ich, dass es irgendwann vorbei sein wird und ich auch hier wieder Freude empfinden und glücklich sein kann.
Es ist jetzt Wochenenede und alle meine engen Freunde sind nicht da. Heute war ein schöner Tag und ich war schon wieder halbwegs depressiv, weil alle weg sind und ich allein bin. Dennoch bin ich stolz, was ich aus dem heutigen Tag gemacht habe. Kurz vor Ladenschluss ging ich mir eine wasserdichte Tasche kaufen, in die man seine Wertsachen inkl. Handy verstauen, und die man zum Schwimmen mitnehmen kann. Ausgestattet mit Bikini, einem Kleidchen, einem Badetuch nd meinen Flipflops ging ich runter zur Aare. Ich verstaute mein Kleidchen und das Badetuch in die wasserfeste Tasche, band die Flipflops aussen fest und sprang ins kühle Nass. Es war saukalt, aber es machte so viel Spass, mit all den anderen Leuten das Schwimmen in der Aare zu genissen. Da ich alle meine Sachen bei mir hatte, musste ich dann auch nicht mehr den ganzen Weg zurück laufen, um meine Sachen bei der Einstiegsstelle wieder abzuholen. Ein Mann sprach mich dann am Ufer noch an und fragte nach dieser Tasche, wo ich die her habe und dass das ja voll ne super Sache sei und er wünsche mir noch viel Spass. Auf Höhe des Schwimmbades, das sich in der Nähe befindet, stieg ich aus. Ich ging zum Restaurant und kaufte mir etwas zu Essen, legte mich auf die Wiese und liess mich von der Sonne aufwärmen. Danach ging ich nochmals kurz schwimmen, bis ich dann endgültig zu unterkühlt war. Zufrieden machte ich mich auf den Heimweg, schaute noch etwas fern und schlief dann bis 23 Uhr auf dem Sofa ein. Es war jetzt zugegebenermassen nicht das totale Superhighlight gewesen, aber ich finde, dass es ein guter Start war, mein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Es machte mir im Gegensatz zu sonst auch nichts aus, dass ich alleine unterwegs war. Es war okay für mich, alleine zu sein und die Kälte des Wassers erdete mich gut und linderte meinen Schmerz etwas.
Sowieso kann ich mittlerweile sagen, dass ich nicht mehr so traurig bin wie noch vor ein paar Tagen. Ich gebe mir wirklich Mühe, mich hier wieder einzugliedern, versuche aber auch, meinen Schmerz zu akzeptieren. Gleichzeitig stelle ich mir immer wieder die Frage, was ich denn falsch gemacht habe und wie ich es verhindern kann, wieder so stark leiden zu müssen. Denn das will ich wirklich nicht. Es würde mich kaputt machen und ich habe so riesige Angst davor. Ich habe heute noch etwas genauer über die Sache sinniert und mir ist da eine Sache besonders aufgefallen: meistens wenn ich mich verliebe, habe ich das Gefühl, dass es eher einseitig ist. Meistens verliebe ich mich zwar deshalb, weil die Männer auf mich zukommen, mir schöne Augen machen, mir die Dinge sagen, die ich hören will. Aber sobald ich dann angebissen habe, merke ich, dass ich diejenige bin, die abhängiger ist. Die Männer könnten gut auch ohne mich leben. Sind vielleicht gerne mit mir zusammen, es würde sie aber auch nicht gross stören, wenn ich nich da wäre. Das ist für mich nicht gut. Ich wünsche mir so sehr einen, dem es so geht, wie mir. Dass er mich vermisst, dass er mich bei sich haben möchte, dass er mich wunderschön findet, sich nach mir sehnt, meine Nähe sucht, mir weiterhin zeigt dass er mich sehr mag. Und nicht bei der kleinsten Schwierigkeit abhaut. Ich möchte einen, der wirklich verrückt nach mir ist und mir das auch zeigt und der vor allem, und das ist sehr wichtig, auch damit umgehen kann. Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass ich ihn toll finde und es ihm egal ist. Ich möchte einfach, dass alles gegenseitig ist und man dies spürt.
Wahrscheinlich muss ich bei der Auswahl meiner Liebschaften einfach noch mehr acht geben, dass es einer ist, der meine Erwartungen wirklich erfüllt und nicht einer, bei dem es anfangs einfach so aussieht aber dann gar nicht so ist. Vor allem aber darf ich mich nicht dafür verurteilen, dass ich es schon wieder falsch gemacht habe. Denn das Leben ist da um zu lernen. Das klingt jetzt so leicht, ist es aber nicht. Ich glaube, ich habe direkt wegen einem Mann noch nie im Leben so stark gelitten, es hat noch nie so grundlegend geschmerzt und die Erkenntnisse waren noch nie so hart und gnadenlos. Ausserdem habe ich zumindest jetzt noch absolut keinen Plan, wie ich so was das nächste Mal vermeiden könnte. Ich habe das Gefühl, ich würde gleich wieder genau den gleichen Fehler machen und das macht mir wirlich Angst. Ich weiss nicht, ob ich mich irgendwann auf einen Mann einlassen kann, bei dem ich absehen kann, dass er mich nicht so verletzt wie das die anderen bisher taten. Und ich frage mich, ob es je soweit kommen könnte dass ich einen Mann so verletzten könnte, wie ich selbst verletzt worden bin. Nicht dass ich das wollte, ich frage mich nur, ob das überhaupt mal möglich wäre. Bisher war es nur umgekehrt.
Ich hoffe und bitte sehr darum, dass ich es irgendwann schnalle, dass ich irgendwann den scheiss Fehler nicht mehr mache, mich in einen Mann zu verlieben, der mich dann verletzt oder mich in eine Situation bringt, in der ich mich verletzt fühle. Denn das halte ich bald nicht mehr aus. Ich muss da wohl noch sehr gewissenhaft über die Bücher.
Juni 24, 2011
Darüber zu sprechen…
…hätte mir im Voraus einige Trauer erspart.
Ich hatte still vor mich hingelitten, hatte ihn vermisst und dachte, er sei bereits wieder „weg“ und hätte mich im Stich gelassen. Einen Tag nach meinem grossen Heulabend hatten wir dann Kontakt per Skype. Da er mich schon von unserem ersten Kennenlernen an ermutigt hatte, ehrlich zu sein und ihm zu sagen, wenn für mich etwas nicht stimmte, erzählte ich ihm von meiner Traurigkeit. Er bot mir dann an, zu telefonieren und das Thema zu besprechen.
Per Skype sagte er mir dann, es gebe absolut keinen Grund, traurig zu sein, denn er fühle dasselbe und er spüre, dass ich in Gedanken noch bei ihm sei. Und er meinte noch, ich hätte ihn als ich so traurig war sofort anrufen können. Warum ich auch immer alles alleine ausmerzen wolle, er wäre doch da gewesen. Und es gehe ihm gut und er wolle für mich da sein und er wolle für mich sorgen so gut es für ihn aus Distanz für ihn möglich sei.
Dann betrachtete er mich per Webcam noch genauer und interpretierte meine Mimik und meine Stimme. Am Ende war er zufrieden mit mir, denn er sah, dass ich total entspannt und beruhigt war und dass ich lächelte, und zwar ein echtes Lächeln. Er sagte: siehst du, es gibt keinen Grund, traurig zu sein. Ich bin bei dir, du bist bei mir, was sollen wir uns sorgen?
Und das tolle ist: seither war ich keine Sekunde mehr traurig. Ich war mir plötzlich so sicher, dass er mir nichts vormacht, sondern das was er sagt auch wirklich so meint. Ich weiss, es klingt verrückt. Was soll ich denn mit einem, der so weit weg wohnt und einen total anderen kulturellen Hintergrund hat als ich. Aber es bringt nichts, so zu denken, denn es ist eh schon zu spät. Es hat mich erwischt.
Und doch habe ich den Kopf nicht verloren. Es geht mir gut und ich bin ziemlich glücklich. Nicht euphorisch, aber ruhig und zufrieden. Es ist nicht mehr das Drama-Gefühl dass ich habe, ich fühle mich nicht verlassen, nicht verarscht, nicht enttäuscht. Ich spüre, dass mich ein Mensch, der mir sehr viel bedeutet und mir sehr nah war, sehr mag und für mich da ist. Dass er mich dann am meisten mag, wenn ich ganz mich selbst bin. Immer wieder sagte er mir, als wir zusammen waren, er liebe es, wenn ich mein echtes Lächeln lächle. Wenn ich ganz mich selbst sei und man auch meine verletzliche Seite sehe, einfach, weil es mich ausmacht. Es war auch immer schön, die Reaktion von ihm zu sehen, wenn ich das Gefühl hatte, dass ich ganz mich selber war. In diesen Momenten wusste ich jeweils: jetzt geht es noch ein paar Millisekunden und dann sagt er wieder sowas wie: „Girl, you’re driving me crazy“. Und so war es dann auch. Gleichzeitig merkte er auch sofort, wenn ich mich nicht wohl fühlte und eine künstliche Miene aufsetzte. Er spürte dann, dass mein Körper sich versteifte und ich unsicher wurde. Dann sagte er: „Babe, what’s wrong? Please tell me!“. Es kostete mich dann einiges an Überwindung, ihm zu sagen, was mich belastet oder der Grund für mein Unwohlsein war. Aber er gab mir so stark das Vertrauen, dass es okay war, was immer es war, dass ich mich mit der Zeit getraut habe, ihm alles zu sagen. Oft sagte er: „hey, ist doch egal, wir sind beide menschen und wir sind okay…du bist toll, sei einfach so wie du bist, es ist okay, ich mag dich so wie du bist“.
Jedenfalls verspüre ich seit dem Telefonat mit ihm keine Traurigkeit mehr, denn ich fühle mich nicht verlassen, sondern ich fühle mich getragen. Und auch wenn er wahrscheinlich nicht mein Mann fürs Leben und wohl nicht mal mein Freund wird, so spüre ich ihn neben mir und habe das Gefühl, das da tatsächlich eine enge und ungewöhnlich vertraute Verbindung zwischen uns besteht.
Juni 20, 2011
Traurig
Das Leben kann schon sehr bitter sein. Lässt einen die schönsten Momente haben, glücklich sein, geniessen, Freude haben, ohne den geringsten Hinweis darauf, dass dies alles teuer mit vielen Tränen bezahlt werden muss. Ich bin verdammt traurig. Und ich bin es langsam leid, traurig zu sein. Immer wieder falle ich auf diese bittersüssen Begegnungen herein und immer wieder von neuem leide ich danach wie blöd still vor mich hin. Ich bin einfach nur traurig, sehr traurig. Warum erst jetzt? Meine Bali-Liebesgeschichte ist ja nun auch schon zwei Wochen vorbei. Warum also erst jetzt? Weil sich erst jetzt die Gewissheit über das Ende dieser Liebschaft in allen Zellen meines Körpers festsetzt und auch die hinterste Kapillare endlich begriffen hat, dass es eine Beziehung ist oder war, die nicht ewig dauern wird. Im besten Fall noch so lange, wie ich auf Bali in Zukunft Urlaub machen werde.
Täglich weine ich still vor mich hin. Es ist nicht diese trotzige Trauer, die ich sonst so oft empfinde und die ich notfalls auch mit einer alternativen Affäre zu überwinden versuchen würde. Nein, es ist eine Trauer, von der ich weiss, dass ich sie einfach durchleben muss und dass es im Hinblick auf die schöne Verbindung, die wir haben, eine Schande wäre, sie mit einer Affäre übermalen zu versuchen. Es war eine schöne Zeit und wir waren uns sehr nah und jetzt ist es halt zu Ende und jeder geht seinen Weg. Ich könnte kotzen, aber so ist das Leben.
Das Einzige, was mich immer wieder zum Nachdenken bringt: Leiden die Männer generell eigentlich auch an Liebeskummer? Es kommt mir immer so vor, als sei ich in meinen vergangenen Liebesgeschichten immer die einzige, die am Schluss traurig war und damit klarkommen musste. Die Männer konnten das immer sehr gut wegstecken. So machte es jedenfalls wirklich auf mich den Eindruck und das macht mich verrückt. Ich verstehe das nicht und ich komme mir dann auch ziemlich blöd vor.
Ich weiss, dass ich das alles akzeptieren muss und dass ich die Konsequenzen meines Handelns schon vorher abschätzen konnte. Aber ich bin ein Künstler im Ausblenden. Die Rechnung erhalte ich dann jeweils ziemlich überraschend. Natürlich ist es auch schön, weil ich immer wieder wunderbare Begegnungen habe, die mich tief berührern oder sehr lehrreich für mich sind. Aber es macht mich manchmal auch müde und ich denke dann, ich bin dem allem gar nicht gewachsen.
Weiss auch nicht. Gehe jetzt erst mal schlafen und versuche mich zu beruhigen. Ich hoffe, das Leben ist bald wieder etwas liebevoller zu mir.
Juni 19, 2011
Alles neu machen die Ferien
Seit zwei Wochen bin ich wieder zurück aus meinen Ferien. Ich war für drei Wochen surfen in einem Camp in Indonesien. Es war wie schon das letzt Mal (ich war bereits über Weihnacht/Neujahr dort) ein tolles Erlebnis. Der Unterschied dieses Mal war, das ich eine meiner besten Freundinnen dabei hatte und dass ich den ganzen Ablauf im Gegensatz zum letzten Mal als ich da war schon kannte. Ich hatte also so was wie einen Alltag. Es gab sogar die regulären Wochenenden, da die Surf-Sessions nur an den Wochentagen stattfanden. Aufgrund meiner Surfambitionen gönnte ich mir keinen freien Tag und aus diesem und noch anderen Gründen hatte ich am Ende der Ferien dann trotzdem nicht das Gefühl, wirklich erholt zu sein. Was ich aber eigentlich sagen wollte ist etwas anderes: Neben all diesem Surfen und Sonne tanken, Feiern und Biertrinken war noch etwas anderes im Zentrum meiner Aufmerksamkeit: Meine „Beziehung“ zu meinem balinesischen „Ferienfreund“. Ich schreibe das alles in Klammern, weil es eben nicht einfach so definiert ist und war. In meinen Surfferien davor hatte ich ihn an meinen letzten zwei, drei Urlaubstagen kennengelernt. Er ist auch Surfinstruktor, hatte damals aber noch Urlaub und kam erst wieder zurück, als meine letzten paar Tage anliefen. Kurzum: ich hatte mit ihm noch eine schöne Nacht und einen sehr schönen darauf folgenden Tag und einen sehr verwirrenden und halb schmerzvollen Abschied. Er war nur halb schmerzvoll, weil ich wusste, wir würden in Kontakt bleiben. Dass ich ihn dann auch so bald wiedersehen und wir für drei Wochen zusammen sein würden, das hätte ich dann doch nicht erwartet.
Ziemlich bald nach meiner Ankunft in meinen 3 Wöchigen Bali-Urlaub vor 5 Wochen trafen wir uns wieder und waren auch von Anfang an wieder aneinander interessiert. Wir unternahmen Dinge miteinander und ich schlief oft bei ihm zu Hause und das ging dann auch ein Weilchen gut. Wie es aber so ist in einem Surfcamp, wo sich junge Männer und Frauen treffen, waren wir bald beide von Eifersucht geplagt. Wir hatten ziemlich schnell eine starke Nähe zueinander aufgebaut und spürten wohl beide die Bindung zueinander, aber ein Vertrauen war noch keins da. Irgendwann tickten wir beide aus und dann wussten wir: wir müssen reden. Besser gesagt, er stellte mich zur rede. Ich dachte zuerst, jetzt erwarte er, dass ich ihm erkläre, warum ich so eifersüchtig sei. Aber nein, er erklärte mir dann, dass ER eifersüchtig sei. Und so mussten wir beide über unsere Dummheit lachen und beschlossen, uns zumindest für die Zeit, in der wir im Camp sind, treu zu sein. Eigentlich war das für uns beide eh klar, aber es war wohl wichtig, dies noch gemeinsam zu besprechen und zu beschliessen. Dann ging die Geschichte weiter und wir wurden noch enger und immer wieder flippten er oder ich aus, wenn wir wieder das Gefühl hatten, mit der Beziehung, die sich da entwickelte, nicht klar zu kommen. Wir waren ein gutes Team. Ich konnte ihn wieder beruhigen, wenn er total entnervt oder unbegründet sauer war. Konnte ihm darlegen, warum ich dies und das nicht als Grund betrachte, sauer zu werden und er machte sich darauf seine Gedanken. Und wenn ich mal wieder ausflippte, nervös wurde und nicht bei mir war, nahm er mich zu sich, hielt mich fest und redete mir wenn nötig mit ein paar Worten beruhigend zu. Tagsüber, wenn wir uns mal nicht sahen, schrieben wir uns sehnsuchtsvolle sms: „where are you?“ „i already miss you“…und der andere schrieb sofort zurück. oft flirteten wir auch via facebook. wir sassen am gleichen Ort in der Lounge mit den anderen Gästen, sprachen aber nicht miteinander, sondern flirteten im Chat heimlich miteinander. So oder so hat es am Ende eh jeder mitbekommen, dass wir für die Zeit, in der ich im Camp war ein Paar waren. Es war nicht immer einfach mit ihm, aber sehr lehrreich und er hat mich nie enttäuscht. Immer wieder dachte ich, dass jetzt dann mal etwas kommen werde, eine Reaktion oder eine Antwort, die mich enttäuschen würde oder eben keine Reaktion, wenn ich eine erwartet hätte. Aber ich wusste bei ihm immer woran ich bin und das gab mir ein sicheres Gefühl. Das schöne war, dass wir uns gegenseitig beobachten konnten, wie wir gegenüber dem anderen immer echter und immer ehrlicher wurden und uns am Schluss nicht mal mehr ein falsches lachen gelang. Und so machten wir uns am Ende gegenseitig über den anderen lustig, wenn dieser versuchte, sich irgendwie zu verstellen. Wir konnten uns gegenseitig einfach nichts mehr vormachen. Klingt alles so schön und gut. Nein.
Natürlich bin ich auch nicht blöd und naiv, um zu glauben, dass diese jetzt die Liebe meines Lebens ist oder sonst was in der Richtung. Nein, es war einfach ein sehr schönes Erlebnis. Diese Erfahrung zu machen, wirklich so akzeptiert zu werden wie man ist und sich geliebt zu fühlen, das ist einfach der Hammer. Ich hatte KEINEN Heulkrampf, als er mich für die Abreise zum Flughafen fuhr. Und auch nach dem Abschied nicht. Ich wusste, dass ich spätestens in Singapur von ihm eine SMS erhalten würde, die all das Schöne, das wir erlebt hatten nochmals bestätigen würde. Und so war es dann auch. Und ich konnte noch tagelang zehren von den schönen und auch manchmal anstrengenden aber lohnenswerten Momenten mit ihm. Wir hatten die zwei Wochen, seit ich wieder zurück bin, an den Arbeitstagen täglich Kontakt. Sms, skypen, chatten….i miss you….i miss you… ja! aber ich bin froh, wenn ich ihn bald nicht mehr so vermisse, dass ich es ihm immer wieder schreiben muss. es wird anstrengend und macht mich traurig. ich bin noch viel zu sehr in dieser ganzen Geschichte drin und kann nicht einfach so in meinem Alltag weitermachen. Es beschäftigt mich. Ich will ihn nicht die ganze Zeit vermissen. Ich habe noch ein Leben zu leben.
Diese drei Wochen haben bei mir und bei ihm so viel ausgelöst. Innerlich. Jeder für sich bzw. für sein eigenes Leben. Und damit muss jeder selber klarkommen und seine Schlüsse daraus ziehen. Natürlich werde ich ihn wiedersehen, wahrscheinlich schon bald. Aber – und das habe ich mit ihm auf diskutiert: was dann?? Wir können nicht so tun, als könnte es ewig so weitergehen. Er hat ein Kind. Und eine westliche Freundin. Und die Wahrscheinlichkeit, dass einer von uns für den anderen etwas aufgibt, was ihm herzenslieb ist gleich null. Wir sind beide sehr freiheitsliebend und haben beide unsere Idee im Kopf, wie wir unser Leben führen wollen. Uns so wie es jetzt aussieht, werden wir uns früher oder später definitiv lebewohl sagen müssen. Die Frage ist nur noch, was genau dies der Fall sein wird.
Natürlich sind wir gleichzeitig auch so was wie Freunde. Aber seien wir ehrlich: wenn da mal was lief, ist man nicht mehr einfach mal Freunde. Dann lief da mehr und da reagiert man emotionaler und man kennt die Macken des anderen richtig gut. Und das macht es schwer, adjeu zu sagen, ohne einen stechenden Schmerz zu verspüren. Trotzdem, ich versuche, einen Weg zu finden, dass diese Geschichte mir vor allem Freude bereitet. Sei es in der Gegenwart oder in der Erinnerung..sie soll mir vor allem Freude machen.
Mai 7, 2011
Verzweifelt
Es ist Wochenende. Wunderschönes Wetter, sommerliche Temperaturen. Und ich kriegs einfach nicht auf die Reihe, mein Leben zu geniessen. Eigentlich sollte ich an Grillabenden sein, ausgehen, in der Stadt mir die Nacht um die Ohren hauen. Aber ich kann nicht. Ich mag nicht, hab keine übrigen Kräfte. Schon nur der Gang in die Stadt heute bereitete mir grosse Beschwerden. Ich probierte Kleider an, Bikinis, Tops, Jupes…es war der Horror. Seit dem Absetzten der Antdidepressiva habe ich mindestens 3 Kilo zugenommen und fühle mich fürchterlich. Auch das tägliche joggen scheint nicht die erwünschte Wirkung zu haben. In nicht mal mehr einer Woche gehe ich mit einer Freundin, die etwa um 1000 Lichtjahre näher bei der Schönheit ist als ich in die Ferien. Und ich weiss nicht, wie ich damit umgehen soll. Sie ist extrem schalank, weil sie im Stress ist und im Stress isst sie nichts. Und ich bin wieder die leicht angefettete trulla, die eh nichts richtig hinkriegt. Ich könnte verzweifeln.
Getstern hatte ich mit ihr noch die berühmt-berüchtigte Aussprache bezüglich unseres schlimmen Streits als wir neulich aus waren. Die Aussrpache war okay, aber ich bin immer noch nicht ganz zufrieden. Noch immer muss ich mich selber schützen, wenn ich in ihrer Nähe bin. Noch immer muss ich darauf achten, ganz und gar mich selbst zu sein und mich nach aussen zu repräsentieren. Ich bin immer noch sehr verletzt und weiss nicht, ob es je wieder gut werden kann. Wenn mir einzelne Situationen einfallen zwischen uns, dann muss ich weinen und es macht mich total traurig. Ich bin sowieso wieder am Dauerweinen zu hause.
Es ist mir alles zu viel. Und dass ich nich noch mehr verfette bzw. noch eine einigermasse anständige Strandfigur erreichen kann, ist tägliches Sporttraining angesagt. Ich hab den leisen Verdacht, dass es nicht klappen wird in dieser kurzen Zeit. Was mich wieder etwas zur Verzweiflung bringt. Umso mehr dass meine Freundin bildschön ist und ich danben einfach den Kürzeren ziehe. Das macht mich voll fertig.
Mai 2, 2011
Alles und doch nichts
Die Zeit vergeht so schnell. Und obwohl nicht mal viel Spannendes passiert, kommt es mir so vor, als kämfpe ich mich täglich durch das Leben, begegne x situationen, die nur mit grossem Widerstand zu bändigen sind. Manchmal komme ich mir vor die der Held auf Reisen, der zuerst all die vielen Monster bekäpfen und einen grössten Ängsten begegnen muss, bevor sich ihm das Tor zur Glückseligkeit öffnet. Was mir aber wirklich besonders auffällt ist die Tatsache, dass ich mich offenbar täglich wie blöd abkämpfe (dies vor allem aber innerlich) und nichts dabei rausschaut, ausser dass die Situation dann naturgemäss irgendwann vorüber geht. Nur dass ich dann um einiges an Energie verloren habe habe und zunehmend lädierter daherkomme. Rückblickend hätte ich so vieles mit so kleinem Aufwand, z.b. bestimmten Gedanken oder mit der notwendigen Gelassenheit, mit etwas mehr Zuversicht oder Selbstsicherheit für mich so viel angenehmer machen können. Vielleicht auch so, dass es mir sogar etwas bringt, dass ich weiterkomme. Dass die Kunden sagen, „die macht das aber wirklich gut“…dass die Kollegen denken „Mit der arbeite ich gerne zusammen“…. Bisher lief es einfach so, dass das bereits das morgentliche Aufstehen ein anstrengender Kampf war. Ich kriegte kaum die Augen auf. Duschen war die Hölle, weil nicht mal mehr das mich wach machte. So oder so, ich fühlte mich nicht wohl, nicht gut und seelisch war es eh eine katastrophe, wenn ich dan den kommenden Tag dachte und mich dararuf vorbereitete. Es muss lächerlich aussehen, dass jemand, der so einen Misserfolg hat, sich vorlagernd doch so abkämpft und daher kommt, wie ein gerufptes Huhn, das in einem anstrengenden Kampf die meisten noch vohrhandenen Federn verloren hat. Und wenn es nicht so ein ernstes und bedauernswertes Thema wäre würde ich sagen. Es ist peinlich!!! Ja! Es ist einfach peinlich, wie ich mich sooo extrem wichtig nehme, mich selber abkämpfe, im Selbstmitleid versinke. Das ist einfach wirklich lächerlich. Und das kann es nicht sein. Es muss einen anderen Weg geben, das Leben zu leben. Und dieser muss einfach leichter sein, sonst halte ich das nicht mehr aus. Ich werde mir darüber meine Gedanken machen.
April 19, 2011
Empfindlicher
Offenbar hat das Absetzen der Medikamte mein Bedürfnis nach bloggen wieder aufgeweckt. Gut so. Denn ich merke schon, dass ich Dinge, die mir Leute sagen, insbesondere Kritik an mir, wieder persönlicher nehme und dass mich dies sehr beeinflussen und belasten kann. Ich bin stärker geworden, ja. Aber es muss sich alles noch festigen. Durch die Medikamente habe ich gelernt, dass es auch ohne Sorgen geht. Dass es sogar sehr gut geht und dass es möglich ist, so zu leben wie ich es möchte, ohne dass ich das Gefühl haben muss, falsch zu sein. Auch meine Freunde bestätigen meine Riesenschritte, die ich gemacht habe. Es gibt im Alltag immer wieder ‘lustige’ Situationen, in denen ich regelrecht ausflippe, wenn ich das Gefühl habe, schlecht behandelt zu werden. Immer öfters fahre ich in solchen Momenten meine Krallen aus oder werde richtig bissig. Auf jeden Fall benehme ich mich so, wie es niemand erwarten würde, weil ich mich bisher meistens zurückgenommen hatte. Nicht mal mehr stillschweigende Zustimmung ertrage ich. Das heisst, wenn jemand etwas sagt, das mir nicht gefällt, kann ich nicht mehr einfach schweigen. Ich habe das Bedürfnis, meine Meinung zu sagen. Das wird nicht ewigs so bleiben. Manchmal kann man auch einfach schweigen. Aber um der Umwelt zu zeigen, dass mit mir nicht zu spassen ist, hab ich zurzeit das Bedürfnis, jeden Augenblick und jedes Gepsräch zu nutzen. Natürlich ist es nicht immer so und ich ertappe mich immer wieder, wie ich in die Nettigkeitsfalle gerate. Aber die Momente, in denen ich mich wehre und meinem Ärger freien Lauf lasse, geben mir wieder die Kraft, dran zu bleiben. Und es macht spass.
Was mir auch sehr hilft ist, dass ich seit Februar meine eigene Wohnung habe, in der ich tun und lassen kann, was ich will. Hier redet mir niemand rein, hier weiss es niemand besser für mich. Hier bin ich der Chef und das stärkt mein Selbstvertrauen.
Immer wieder gibt es aber auch harte Momente, in denen mein neuer Weg hart auf die Probe gestellt wird. Insbesondere beim Thema Freundschaft. Eine meiner besten Freundinnen war es bisher gewohnt, dass sie mich von etwas weiter oben herab behandeln konnte. Das klingt jetzt vielleicht etwas zu krass, aber ich glaube, es hat was wahres dran. Sie war es gewohnt, dass meine Handlungen kritisiert werden konnten, ihre aber nicht. Gerade am vergangenen Wochenende merkte sie, dass dies nun nicht mehr der Fall ist. Am Samstagabend hatte ich mich mit ihr und einem Freund verabredet. Und gleich zu beginn diskutierten wir auf sehr direkte und heftige Weise. Sie griff mich hart an. Sehr hart. Aber diesmal liess ich es nicht auf mir sitzen. Anstatt jedoch vor Wut zu platzen, pfiff ich ihr sachlich, aber konsequent meine Meinung. Es war alles total schräg, weil sie ja eigentlich meine engste Freundin ist. Es machte mich total traurig, dass sie mich so von oben herab behandelte. Und ich bangte um unsere Freundschaft. Aber ich selbst und meine Ehre waren mir – zum Glück – in dem Moment wichtiger. Ich schoss mit scharfem Geschütz zurück. Am Ende war sie glaube ich ein wenig irritiert, aber wirklich geschnallt hat sie nicht, was abging.
Auf jeden Fall beschäftigte mich dieser Abend auch noch am Sonntag und ich machte mir so meine Gedanken. Bald werde ich mit ihr für drei Wochen verreisen und auch dort werde ich mir nichts mehr bieten lassen. Ich muss vielleicht noch anfügen: diese Frau ist enorm selbstbewusst und fast ein bisschen herrschsüchtig. Ich habe also tierisch Angst, was aus unserer Reise wird. Im Notfall muss ich die Freundschaft kündigen. Denn ich kann nicht mehr gegen mich selbst arbeiten. Dennoch kann ich sagen, dass auch sie sehr lernfähig ist und mir auf erstaunliche Weise immer wieder entgegen kommt. Ich glaube, sie braucht mich sehr. Und was gut ist: generell unterstützt sie mich in meinem erwachten Selbstbewusstsein. Bisher hatte sie jeden Schritt in Richtung mich selbst mit mir gefeiert. Doch bisher war es kaum soweit gekommen, dass dies auch Konsequenzen auf die Beziehung zu ihr hatte. So bin ich doch gespannt, wie sie auf meine neue Entwicklung reagieren wird. Ich habe Angst, aber ich muss das Risiko eingehen, sie zu verlieren. Dennoch bin ich guten Mutes.
Alles kann besser werden
Gerade war ich dran, mich wegen meines ach so langweiligen Lebens und meiner Probleme zu bemitleiden. Ich bin gerade bei einem Kunden und die Arbeit ist so öde wie noch nie. Meine Motiviation ist irgendwo weit unter Null und die Zeit geht nicht vorbei. Ich gehe zwar schon in wenigen Wochen wieder ans Meer zum Surfen, doch irgenwie ist mir das noch zu weit weg. Zurück zu dem was ich sagen wollte. Ich bin also hier und bemitleide mich. Aus lauter Langeweile besann ich mich auf meinen Blog zurück und loggte mich ein. Erst jetzt wurde mir wieder bewusst, mit welchen Problemen (Bulimie!!!) ich so lange zu kämpfen hatte und wie schlimm diese Zeit war. Es geht mir nicht schlagartig besser, aber es tut mir gut zu wissen, welchen Weg ich bereits zurückgelegt hatte. Und zudem kann ich mit riesiger Freude sagen: Seit rund zwei Monaten bin ich frei von Antidepressiva. JAAAAA! Ich habe es geschafft.
Ich hatte so was von die Schnauze voll von der ewigen Müdigkeit und dem stumpfen Gefühlsleben. Da hab ich – wie ich halt bin – von einem Tag auf den anderen aufgehört. Es ist ja so, dass die Tabletten erst nach rund 10 Tagen aufhören zu wirken, ich betete zum Himmel, dass diese 10 Tage so so schnell wie möglich vorüber gehen sollen. Einfach aufzuhören war anfangs alles andere als einfach. Nicht mal so sehr seelisch gesehen; ich hatte vor allem sehr unangenehme körperliche Nebenwirkungen. Aber mein Kopf war stärker. Die Option, die Tabletten im Nofall wieder zu nehmen kam für mich einfach nicht in Frage. Die Ängste sind nur ganz minimal wieder da, damit kann ich leben. Und das schöne ist: ich kann wieder weinen. Wenn ich traurig bin, wenn ich Freude empfinde, wenn ich gerührt bin. Das ist einfach phantastisch und darauf musste ich 1.5 Jahre lang verzichten. Vielleicht war auch das der Grund, dass ich nach dem Absetzen eine Woche zu Hause bleiben musste und davon rund 2.5 Tage am Stück geweint hatte. Und danach ein paar Tage noch regelmässig tagsüber Heulattacken hatte. Diese waren aber für mich nicht schlimm. Ich war so dankbar, wieder Gefühle zu empfinden und weinen zu können.
Es hat sich gelohnt. Und es hat sich auch gelohnt, dass ich jetzt mein Leben immer noch langweilig und sinnlos finde. Ohne Medikamente fände ich alles halb so schlimm. Aber ich wüde nicht richtig leben. Ich glaube, es geht mir gut. Gerade während ich hier schreibe empfinde ich einen Energieschub, der mir neue Kraft gibt. Und schon wieder bin ich gerührt über meinen persönlichen Erfolg und würde weinen, wenn nicht gerade mein Arbeitskollege und ein Kunde sich im gleichen Raum aufhalten würden.
Alles ist besser geworden. Danke!
September 8, 2010
Tägliches Aufraffen
Und wieder ist viel passiert…Eigentlich in allen Bereichen meines Lebens. Fangen wir mit der Liebe an, dann haben wirs hinter uns.
Leider musste ich feststellen, dass etwas, dass so schön angefangen hat, abrupt wieder zu Ende gehen kann. Die Liebe ist nicht plan- und berechenbar und es spielen immer zwei mit und jeder trifft seine Entscheidungen. Meine neue Bekanntschaft hat sich offenbar dazu entschieden, die Sache zwischen uns doch nicht so ernst zu nehmen. Ziemlich deutlich hat er mir per Mail zu verstehen gegeben, dass sein Interesse nun doch nicht mehr allzu gross ist. Er hat es mir nicht genau in direkten Worten gesagt, aber nach einer möglichst objektiven Einschätzung des Mail- und SMS-Verkehrs musste ich mir eingestehen, dass er einfach nicht will. Um nicht voreilig die Flinte ins Korn zu werfen habe ich noch den Rat meiner Freundinnen zugezogen und diese haben mir meine eigene Einschätzung bestätigt. Ich musste erkennen, dass er mich vor allem „warm hält“ ..vielleicht nicht mal warm,sondern lauwarm. Er war auch nicht wirklich bemüht, auf meine Fragen und meine Erlebnisse, die ich ihm mitteilte einzugehen und er fragte mich x mal das gleiche obwohl ich ihm die Antwort schon lange geschrieben hatte. Und das kam nicht nur einmal vor.
Auch bezüglich meiner Frage, was er davon halte, wenn ich ihn besuchen gehe, schien ihn nicht sonderlich zu begeistern. Natürlich schrieb er, er fände es cool. Aber wer findet es schon nicht cool, wenn man im Ausland ist und jemand nimmt die Mühe von Zeit und Geld auf sich, um einen zu besuchen. Aber wenn ICH wüsste, dass jemand dies für mich tut, dann würde ich zumindest ein kleines Stück Begeisterung zeigen, wenn ich es wirklich wollen würde. Er will offenbar nicht unbedingt. Das kann ich ihm nicht verübeln, es ist seine Entscheidung. Einzig machte mich sauer, dass er 2 Wochen brauchte, um mir diese Frage zu beantworten, obwohl ich ihm schrieb, dass ich es bald wissen müsse. Zeugt nicht gerade von viel Respekt.
Und dann – wenn ich mich wieder nicht melde kommen SMS wie: „i’m thinking of you“. Schön…bis vor Kurzem schrieb ich auf solche SMS zurück, bis ich dann festestellen musste, dass diese SMS völlig nichtssagend sind und es für ihn mehr ein Spiel ist, um herauszufinden, ob ich noch anbeisse oder nicht. Er findet mich sicher immer noch nett und alles. Aber für mich war es mehr und deshalb hätte ich auch mehr Einsatz erwartet. Wenn er mir nicht mehr geben kann und will, dann will ich meine Gefühle nicht investieren, es würde mich nur verletzen.
Ich mache jetzt mal ein paar Tage oder Wochen Kontaktpause. Er hatte sich auch 2 Wochen Zeit gelassen um mir zu schreiben. Dann will ich das jetzt auch. Nicht, um ihm eins auszuwischen. Wie gesagt, er kann selbst entscheiden, was er für mich fühlt und was er von mir will. Aber ich selbst muss es auch für mich entscheiden und ich weiss, dass ich ihn Bezug auf ihn keine halben Sachen durchziehen kann. Entweder ganz oder gar nicht. Alles andere würde nur schmerzvoll für mich sein.
Die ersten paar Tage mit der neuen Erkenntnis taten eh schon genug weh. Langsam beginne ich mich aber daran zu gewöhnen, dass mal wieder nichts aus einer Liebe geworden ist. Ich will nicht desperate klingen, es ist nun mal eine Tatsache und ich versuche, nicht aufzugeben, sondern das nächste mal wieder von Neuen mit offenem Herzen etwas einzugehen. Denn ich weiss, meine Bekanntschaft hat es zumindest als er noch in der Schweiz war, wirklich ernst gemeint. Er ist jetzt einfach in einer anderen Welt und will sich ausleben und hat nicht so Rücksicht auf meine Gefühle genommen, die er in mir geweckt hat. Was solls, vielleicht hat er es selbst nicht bemerkt.
Zum Lernen: ich habe eine verdammt harte Phase hinter mir. Kurz gesagt: riesen Blockade, körperliche Beschwerden, Ängste, Müdigkeit und all das Schöne. Jetzt gehe ich alle paar Tage zu meinem Medium Energiearbeit machen. Seither geht es mir viel besser und ich kann mich konzentrieren. Ich muss nur noch wirklich daran glauben, dass ich es schaffe und wirklich alles Geben. Ganz auf 100% Einsatz bin ich immer noch nicht.
Allgemein kämpfe ich täglich damit, nicht durchzudrehen. Ich glaube, es ist mir psychisch wirklich schon besser gegangen. Ich bin ziemlich unglücklich und fühle mich etwas alleine. Vielleicht hat es auch damit zu tun dass ich durch das Lernen nicht oft ausgehe bzw. gar nie und dass meine besten Freundinnen für zwei Wochen in den Ferien sind. Ich vermisse sie sehr und freue mich, wenn sie wieder da sind.
Ausserdem hoffe ich, dass sich bald wieder etwas mehr Licht in meiner Seele breit macht und ich wieder glücklicher bin. Ich arbeite daran!