02.28.09
Das Leben
Grosse Worte, ich weiss. Auf die Gefahr hin, abgedroschen zu klingen, möchte ich wieder ein mal das Leben als Ganzes betrachten. Was will das Leben von uns? Vor ein paar Tagen fiel mir plötzlich auf, wie alle Menschen eifrig irgendwo herumwuseln – wie in einem Bienenhaus. Und gleichzeitig kam mir der Verdacht, dass viele Menschen im Gegensatz zu den Bienen nicht genau wissen, was sie eigentlich tun. Manche sind eifrig, vielleicht sogar gierig, von Bedürfnissen des Ego geleitet. Viele rennen irgend einem Ideal nach, von dem sie gar nicht so genau wissen, woher es stammt. Plötzlich kam mir alles so seltsam vor. Ich hatte eine Art Mitgefühl für die ganze Erde, für die Menschen, die ihren Weg noch nicht gefunden haben (wir alle?). Ich versuchte, mich für einen Moment auszuklinken und zu überlegen, wie es wäre, wenn gar nichts existieren würde. Dies gab mir eine wichtige Distanz zu allem. Ich erkannte den Zusammenhang zwischen all den kleinen Problemen der einzelnen Menschen und den grossen Themen dieser Welt. Ich erkannte auch, wie einige im Glück schwimmen und andere sich im Elend suhlen. Damit meine ich nicht der GEgensatz von erst- und Drittweltländern. Nein, auch in meinem Umfeld, wo man meinen könnte jeder hat die gleiche Ausgangslage, die gleichen Möglichkeiten und Chancen, erkannte ich stark, wie jeder tatsächlich seines eigenen Glückes Schmied ist.
Es geht darum, das anzunehmen, was man hat und nicht ändern kann. Ich leide mittlerweile darunter, dass ich kleiner bin als viele meiner Freundinnen. Ich fühle mich dadurch irgendwie minderwertig. Rein von meinem wohl eher kindlichen Aussehen her werde ich nie die Kompetenz ausstrahlen, die eine gleichaltrige oder sogar jüngere hochgewachsene, erwachsen wirkende Frau hat. Doch warum sollte ich darin nicht auch einmal die Vorteile sehen? Es wird einem nicht so viel zugetraut. Dafür kann man die Menschen im richtigen Moment positiv überraschen.
Und warum nicht mal an der eigenen Schüchternheit das Positive sehen. Natürlich hat ein Extrovertierter naturgemäss mehr Bekannte und mehr Aufmerksamkeit. Aber auch das hat seine negativen Seiten, wie auch Schüchternheit Positive hat. Welche das sind, muss jeder für sich selbst herausfinden. Ich werde jedenfalls versuchen, meine Aufmerksamkeit auf das Gute zu lenken, was ich habe, und auf das, was im Rahmen meines Potenzials liegt.
So kann das Leben vielleicht viel lebenswerter und auch liebenswerter sein.
Ein schöner Tag
Heute geht es mir gut. Ich habe es gestern geschafft, meine Gefühle jemandem mitzuteilen, den ich mag. Ich bin nicht verliebt, aber es ist mehr als nur Freundschaft. An der Fasnacht ist ein bisschen was zwischen uns gewesen und das konnte ich einfach nicht vergessen. Anstatt wie üblich mich in meinem Elend zu suhlen, meldete ich mich bei ihm und liess ihn wissen, dass es mir nicht so gut geht und dass ich mit dem Geschehenen nicht so gut umgehen kann. Ich war richtig froh und auch ein wenig stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, so offen und ehrlich zu sein. Natürlich gelang mir dies unter anderem auch, weil ich weiss, dass er mich auch mag und dass er mich respektiert. Was weiter geschehen wird zwischen uns ist nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass ich daran gewachsen bin, dass ich gelernt habe, meine Gefühle wahrzunehmen und sie auszudrücken. So bekommt das Leben mehr Sinn und fülle und heute geht es mir wieder richtig gut. Ich bin nicht euphorisch, aber ich habe eine schöne innere Ruhe, die wohl durch das wunderbare Wetter wenn nicht ausgelöst, dann sicher verstärkt wurde.
Vor nächster Woche und all dem was kommt habe ich schon wieder ein bisschen Bammel. Aber dazu werde ich jetzt eine kleine Meditation machen – vielleicht hilfts ja.
Dann gehe ich noch ins Büro ein paar Sachen erledigen und freue mich dann auf einen schönen Abend mit einer Freundin. Und morgen: Relaaaaaax
02.26.09
Viel gelernt – und dies sogar an der Fasnacht
Die Fasnacht ist für mich immer eine besondere Zeit. Die Tage sind sehr intensiv, vor allem gefühlsmässig. Und ich weiss vorher nie, auf welche Seite das Pendel ausschlagen wird. Es kann sein, dass ich totale Depressions- Anfälle habe oder aber himmelhochjauchzend in anderen Sphären herumschwirre – was längerfristig für das Gemüt auch nicht gesund ist.
Erwischt. Peino.
Die Gespräche warnen nicht locker, es war immer ein Schuss Traurigkeit und Lethargie mit dabei und so fühlte ich mich nur noch schlechter. Es gelang mir nicht, einfach mal herzhaft zu lachen. Ich trug den Leuten aus meiner Clique die Streitigkeiten nach und konnte nicht über meinen Schatten springen.
Dabei hätte ich doch so sehr das Bedürfnis nach Kontakt gehabt, ich wollte wieder mehr Leute kennen lernen und dumm rumquatschen und rumblödeln. An dieser Fasnacht ist mir das ganz und gar nicht gelungen. EinGutes hat es aber doch noch: Ich habe nie geweint, wie sonst immer und ich war nie hochdepro und auch nie zu verdächtig gut drauf. Ich war ausgeglichener als auch schon und hatte nicht so grosse Komplexe wegen meiner Figur wie auch schon. Ausserdem bin ich nicht krank geworden, wie sonst immer die letzten Jahre.
Als ich da so mit den Leuten quatschte kam mir die Einsicht, dass ich wahrscheinlich einfach ein bisschen zu ehrlich bin und gleichzeitig spüre, wenn mich jemand verarscht. So führe ich keine allzu oberflächlichen gespräche, bei denen man sich gegenseitig etwas vormacht oder hinterher und vorher über die Person ablästert. Das tue ich nicht, weil es meine Moral einfach nicht zulässt. So wird die Auswahl der Gesprächpartner von vornherein geringer als bei anderen. Ich kann das jetzt akzeptieren oder ich kann über meinen Schatten springen und lernen, das Ganze ein bisschen lockerer zu sehen, was sicher auch nicht schaden würde
Jenseits von all dem kam wieder mal das gute alte niedrige Selbstbewusstsein stark zum Vorschein. Ich merkte, dass ich mich oft weniger geliebt fühlte, dass ich immer dachte, die finden mich doch sowieso alle langweilig und doof. Ausserdem stresste es mich enorm , dass ich aufgrund meiner Schüchternheit eh schon gengerell viel weniger Leute kenne als meine Fasnachtskolleginnnen. Dann fühle ich mich immer so als Idiot, wenn ich nebendran stehe. Ich möchte auch gerne ein bisschen mehr im Mittelpunkt stehen,aber gleichzeitig fürchte ich mich vor den Konsequenzen: Kritik einstecken lernen, nicht alle Leute mögen dich, teilweise oberflächliche Gespräche führen, damit umgehen können, dass man viele nur knapp kennt und trotzdem so tut, als sei man die besten Freunde.
ich weiss nicht, ob mir das liegt, aber ich weiss auch dass mir die jetzige Situation nicht gefällt. Mal schauen, was sich da so machen lässt.
02.08.09
Ungeahnte Möglichkeiten
Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mit meinem Schicksal hadere, wie ich mich schlecht fühle, weil ich als fast einzige in meinem Umfeld noch single bin und mich noch nirgends wirklich niedergelassen habe. Als mich mein Leben die letzten Tage wirklich anödete, begriff ich plötzlich, dass in meiner jetzigen Lage ungeahnte Möglichkeiten stecken. Mit der Ausbildung, die ich (vielleicht) anfangen werde, kann ich immer einen Job finden, kann ich locker im Ausland Arbeit finden und verdiene immer genug Geld. Ich kann mir ein Expertenwissen aneignen, das mein Selbstbewusstsein enorm stärken kann.
Es sieht also gar nicht mal so schlecht aus. Natürlich ist es einfacher gesagt als getan, aber wenn ich immer wieder auch das Positive an meiner Situation sehe, fällt es mir vielleicht leichter, damit umzugehen und am Leben doch noch ein bisschen Spass zu haben.
02.05.09
Das Gesetz der Anziehung und ein richtig guter Tag
Immer besser beginne ich dieses Gesetz zu verstehen. Und zwar nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen. Mein ganzes Leben habe ich mir selbst geschaffen, alle Situationen und alle Umstände. Alles was mir wiederfährt ist ein Spiegel meiner Gefühle, meiner Gedanken und meines Verhaltens. So richtig klar wird mir das, wenn ich andere Menschen beobachte, solche vielleicht, die bestimmte Dinge gar nicht besser wissen oder können als ich, die aber aufgrund ihrer Art sehr kompetent wirken und denen somit auch viel mehr zugetraut wird als mir.
Ich selbst traue mir manchmal nicht so viel zu, ich bin vielleicht oft auch zu bequem oder zu müde, zu wenig motiviert und es ist mir manchmal gerade recht, wenn jemand anders die Leitung übernimmt. So erstaunt es am Ende nicht, wenn ich übersehen werde, wenn mir bestimmte Dinge nicht übergeben werden. Dann ist es doch wirklich kein Wunder.
Wieder mal bin ich über das Ausmass dieser Wirkungen erstaunt und schockiert zugleich. Und ich bin verärgert, weil ich im Nachhinein viele Situationen anders gestaltet hätte, wenn ich mir aller Konsequenzen bewusst gewesen wäre. Mein Denken war oft zu kurzfristig und ich war lange, sehr sehr lange noch ein Kind. Ich war vor 2 Jahren noch ein Kind, auch wenn ich damals schon 26 Jahre alt war. Ich sehe auch immer noch sehr jung und unerwachsen aus, was nicht zuletzt auch mit meinem Babyspeck (Nomen est Omen) zu tun hat. Diesen möchte ich endlich loswerden, aber ich fürchte, dass mir diese nicht so einfach gelingen wird. Schliesslich versuche ich dies schon seit Jahren erfolglos.
Der (Teufels-)Kreis schliesst sich also und es macht mir den Anschein, dass ich da nicht einfach so entfliehen kann. Es riecht stark nach Verantwortung und Entscheidungen und beides mag ich so gar nicht. Trotzdem bleibt mir wohl gar nichts anderes übrig, als Schritt für Schritt zu versuchen, meinen Zielen ein Stück näher zu kommen.
Wie ich so schreibe fällt mir auf, dass ich schon seit etwa 15 Jahren versuche, endlich glücklich zu werden. Natürlich habe ich schon vor längerem herausgefunden, dass ich einer Illusion nachrenne, aber ich merke erst jetzt, dass ich trotzdem nicht aufgehört habe, zu rennen. Ziele zu haben ist wichtig, aber es geht nicht darum, diese zu erreichen und dann zu erwarten, für immer glücklich zu sein. Auch wenn man Ziele erreicht, ist man immer noch derselbe Mensch, heisst, man hat die selben Probleme (natürlich auch dieselben Freuden) und sofort wieder neue Wünsche. Es hört nie auf und man rennt und rennt und rennt – seinem Leben davon. Wenn ich mir überlege, wann ich am glücklichsten war, dann waren dies ganz sipmle Momente – zusammen mit Menschen irgendwo, irgendwann ganz unerwartet. Die meiste Zeit meines Lebens war ok, aber nicht besonders spannend, nicht besonders toll. Es war einfach okay. Ich will versuchen, wieder etwas mehr Zauber in meinen Alltag zu bringen, indem ich meine Erwartungen ändere, indem ich erwarte, dass es ein toller Tag wird – nicht weil ich ein neues Auto geschenkt bekomme – sondern weil ich erwarte, dass ein schöner Tag so wird, wie er eben gerade ist.
Als Beispiel: die letzten Tage scheitere ich oft. Heute fiel mir ein Glas um, ich fuhr bei rot beinahe über die Ampel und bremste dann bei Grün, was ein wildes Hupkonzert verursachte, ich vergass Namen von Kunden, bekleckerte mich im Restaurant, bohrte in der Nase und jemand guckte zu…all dies an einem einzigen Tag müsste eigentlich genug sein, um sich und den Tag zu verfluchen. Doch genau solche Erlebnisse könnten auch zu einem guten Tag beitragen, wenn man von einem guten Tag erwartet, dass man möglichst viel dabei lernt, dass man z.B. auch lernt, mit dem Scheitern umzugehen. Nur wer Risiken eingeht, kann auch scheitern und wer gelernt hat, scheitern zu können, wird auch wieder neue Risiken eingehen und kann diesen Tanz des Lebens tanzen, ohne sich irgendwann vor lauter Verdruss in seinen Kokon einzuhüllen.
Wenn ich es mir also gut überlege, war dies ein richtig guter Tag!
02.04.09
Illusionen und alte Wünsche
Gerade in schönen Zeiten, wie zum Beispiel jetzt während den Fasnachtsvorbereitungen mit meinen Freunden, wird mir bewusst, wie gross meine Distanz zum richtigen, pulsierenden Leben ist. Während meine Freunde fröhlich plappernd über die neuesten Geschichten, den neuesten Klatsch und Tratsch aus meiner Heimat diskutieren, stehe ich aussen vor und verstehe nur Bahnhof. Die meisten Leute kenne ich, wenn überhaupt nur vom Hörensagen. Offenbar lebte ich in einer perfekten Illusion. Ich dachte immer, ich würde dazugehören, ich würde die Leute aus dem Dorf kennen und sie mich.
Obwohl ich seit der Gründung unserer Fasnachtsclique dabei bin, fragen mich immer wieder viele Dorfbewohner, ob ich denn neu in der Clique sei und ob ich überhaupt aus diesem Dorf stamme – sie hätten mich noch nie gesehen. Scheisse. Meine ganze Jugend habe ich dort verbracht, dachte ich gehöre dazu. Nix gewesen, ich werde nicht mal wahrgenommen. Es bringt mich zur Verzweiflung.
Wenn dann an einem Fest doch mal jemand zu mir plaudern kommt, dann fällt mir einfach nichts ein. Ich kann nicht so locker-flockig daherquasseln wie meine Freunde. Ich kann auch nicht übetrieben nett sein, wenn ich jemanden doof finde und ich kann den Leuten nicht gut etwas vorspielen. Wahrscheinlich bin ich da einfach ein bisschen zu ehrlich. Meine Freunde reden oft übertrieben nett und affektiert mit anderen, so dass es von aussen aussieht als wären sie die besten Freunde. Später machen sie sich dann genau über diese Menschen lustig. Ich kann ein solches Verhalten nicht verstehen. Gelinde gesagt, fühle ich mich in solchen Fällen richtig verarscht.
Jubel, Trubel, Heiterkeit vorzuspielen, nur um später schlecht über andere zu reden, das liegt mir nicht und das kann ich auch nicht tolerieren. Vielleicht ist es trotzdem genau das, was es ausmacht, dass die anderen mehr Kontakt zu verschiedenen Leuten haben. Vielleicht muss ich auch versuchen, etwas oberflächlicher zu sein. Ich kann ja nicht erwarten, dass sich aus allen Gesprächen, die ich führe gleich dicke Freundschaften ergeben.
Auch in anderen Bereichen habe ich das Gefühl, dass ich immer ein wenig hinterherhinke. Die neuesten Trends, aktuellen Songs, innovative Produkte, all das geht an mir vorbei. Und wenn ich mich auch anstrenge, es scheint so, als hätte ich einen Filter und würde all das, was ich nicht unbedingt zum Leben brauche aus meiner Wahrnehmung verbannen. Manchmal komme ich mir vor wie ein Neandertaler. Bezüglich meines Outfits und Stylings beschränke ich mich auf das Notwendigste. Manchmal ist es mir sogar zu anstrengend, mich anständig zu frisieren. Kleider einkaufen ist für mich die reinste Qual. Schlange stehen vor den Kabinen, der Lärm, das grelle Licht. Dann der rote Kopf und die Zerzausten Haare schon nach dem anprobieren des ersten Pullis…Horror. Ausserdem sieht man dann immer das Fett und die Cellulite quasi auf dem Silbertablett serviert. Ein Graus. Es scheint mir, als sei ich nicht geschaffen für diese Welt.
Und trotzdem bin ich da und es wird einen Sinn haben. Ich kann zwar nicht so sein, wie die Anderen, aber vielleicht gelingt es mir, gewisse Dinge anders zu betrachten und andere Dinge überhaupt gar nicht mehr von mir zu erwarten, weil ich sie sowieso nicht erreichen könnte. Ich muss mir überlegen, was ich denn eigentlich vom Leben erwarte, was ich erreichen möchte und was ich zwar schon lange zu erreichen versuche, aber vielleicht gar nicht will. Ich habe mal gelesen, man soll sich zu diesem Zwecke an früherer Träume, z.B. aus der Kindheit erinnern. Vielleicht findet man da noch Träume und Wünsche, die man schon lange aufgegeben hat und die es wieder hervor zu holen gilt.
02.03.09
Vergessen
Gestern hatte ich wieder einen Anfall. Und heute wäre ich auch prädestiniert gewesen, aber ich konnte es im letzten Augenblick noch vermeiden. Erst in diesem Moment erkenne ich, wie stolz ich dafür auf mich sein kann. Diese Stärke hatte ich nicht immer. Ich hatte heute keinen Hunger, weil ich noch so viel im Bauch hatte von gestern (bei meinen Attacken kommt oft nur ein Bruchteil wieder raus). Trotzdem wusste ich, dass ich auch nach einem reichlichen Mittagessen am Abend etwas essen muss, wenn ich nicht morgen schon wieder einen Heisshungeranfall haben will. So zwang ich mich, in dem Hotel, in dem ich für eine Woche geschäftlich untergebracht bin, zu Abend zu essen. Wenn ich es nicht getan hätte, wäre ich so oder so ‘einkaufen’ gegangen und hätte eine Fressorgie veranstaltet. Während des dann doch sehr angenehmen Abendessens hatte ich Panik, dass ich es womöglich wieder rauskotzen würde, weil es zuerst doch nach zu viel schien. Aber es blieb drin. Und ich bin verdammt stolz und froh. Es ersparte mir viel Wut, Enttäuschung und Energieverlust.
Jetzt bin ich im Bett und schreibe noch ein paar Zeilen in meinen guten alten Blog. Ich habe das Bedürfnis, ein paar Erkenntnisse der letzten Tage niederzuschreiben. Ich erkenne immer mehr Zusammenhänge in meinem Leben und in dieser Welt. Einerseits erfreut es mich, andererseits schockiert es mich, weil ich erkenne, wie blind ich früher war. Auch auf der Arbeit fällt es mir wie Schuppen von den Augen…und jeden Tag denke ich, wie doof ich doch am vergangenen Tag noch war, dass ich dies und das nicht erkannte oder bemerkte. Ich zappele her zwischen Erwartung und Enttäuschung, zwischen Hoffnung und Verurteilung.
Heute zum Beispiel war ich mit einem neuen Arbeitsteam unterwegs. Ich habe die alle vorher noch nicht gekannt und noch nie gesehen. Beim 10 Uhr Kaffee dann schon die erste Panne: Aufgrund meiner Ungeschicklichkeit fiel die Tasse des Projektleiters um. Es war nicht schlimm, alle lachten. Trotzdem bestätigte mir das wieder, wie ungeschickt und dusselig ich bin. Mein Leben ist voll solcher Peinlichkeiten. Später nämlich beim Abendessen schauten mich schon alle nur dumm an, weil ich alleine als junge Frau da war. Dann Fragte ich nach einem Salat. Der Kellner erzähle vom Buffett und ich sollte doch auch was holen dort. ‘Ich zeigs Ihnen dann’. Da kam ich mir schon wieder vor wie ein kleines Kind. Dann, als ich zahlen ging, liess ich es aufs Zimmer schreiben und währenddessen fiel meine Tasche auf meinen Stuhl und dann runter auf den Boden. absolut unangenehm. Was tun also? Ich versuchte, mich trotzdem zu lieben und zu achten. . Es gelingt mir immer besser.