04.04.09
Letzte Vorbereitungen
Nur noch heute und morgen und dann gehts auf nach Thailand. Obwohl es nur zwei Wochen sind freue ich mich wie ein kleines Kind. Leider stehen mir heute noch viele unangenehme Dinge bevor: Ich muss shoppen…wuahhh. Brauche noch ein Kleidchen und Tops… Ich war schon die ganze Woche über abends in der Stadt und habe nichts gefunden. Ich ertrage meinen Anblick im Spiegel der Umziehkabinen kaum. Und trotzdem muss ich da durch, denn ich will mir den Ferienspass ja nicht vermiesen lassen, nur weil die Kabinen in den Läden so böse sind (ja, meine Spiegel zu Hause scheinen irgendwie gnädiger zu sein).
Ich verstehe das Marketingkonzept hinter diesen kleinen Kabinen mit dem unerträglichen Licht von oben, das jede körperliche Unebenheit so richtig zur Geltung bringt nicht. Die Kundinnen werden dadurch nur abgeschreckt, sonst nichts. Aber egal…es ist ja nicht nur das. Hauptsächlich bin ich es, die noch nicht akzeptiert hat, dass ich keine Modelmasse habe und einfach ein bisschen zu gerne esse – und vor allem mit Essen nicht nur körperlichen, sondern auch seelischen Hunger stille. Irgendwann werde ich das auch noch schaffen.
Erst vor kurzem ist mir ein Artikel in die Hände geraten, bei dem es darum geht, dass bei Bulimikern dieser Link zwischen Essen und Gefühlen stark ausgeprägt ist. Und dass ein durch Gefühle ausgelöstes Fehlverhalten nur durch andere Gefühle verändert werden kann. Das entsprechende Therapiekonzept sieht folgendermassen aus: Eine unangenehme Ess-Situation, bei der Gefühle durch Essen verarbeitet werden, wird nochmals vor Augen geführt und die dazugehörenden Gefühle werden nochmals erlebt. Danach wird bildlich eine neue Situation geschaffen, diesmal eine positive und das gute Gefühl wird mit einer Situation verlinkt, die nichts mit Essen zu tun hat (z.B. Spaziergang, Telefonieren, etc.)… Bei späterem Stress erinnert sich dann das Gehirn daran, dass ein Spaziergang o.ä. gute Gefühle auslöst…So greift man längerfristig eher zum Telefonhörer oder zu den Wanderschuhen, anstatt zur Schokolade. Was simpel tönt, ist harte und lange Arbeit, aber ich finde es lohnt sich. Bei den Essgestörten ist der Gefühls-Reaktionshaushalt über lange Zeit aus dem Ruder geraten. Das schädliche Muster hat sich stark eingeprägt. Da braucht es profunde Arbeit, das geht nicht ruckzuck.
Ich werde das nach meinen Ferien jedenfalls mit meinem Therapeuten besprechen und dann sehen wir weiter. Jetzt muss ich erst mal shoppen gehen..