05.21.09

Allein allein

Veröffentlicht in Uncategorized um 9:44 von francy11

Im Moment weiss ich gar nicht so recht, was ich anfangen soll mit dem langen Wochenende. Vorher hatte ich mich sehr darauf gefreut. Inzwischen hat sich die Freude gedämpft. Ich hatte zwar einen netten Abend gestern mit meinen lieben Jungs von der Studentenheimzeit. Aber sonst erst mal überhaupt nix weiter los. So blieb ich heute den ganzen Tag im Bett, obwohl es schönes Wetter gewesen wäre. Fürs joggen konnte ich mich wenigstens noch knapp aufraffen. Aber grundsätzilch ist der heutige Tag im Eimer.
Ich hatte mir eigentlich vorgeommen, nicht mehr so sinnlose Tage zu verbringen. Aber es ist wie ein Sog – und braucht ganz schön viel Anstrengung, um eine neue Linie zu fahren.

Nun gut der frustriere, müde TV (Frauentausch, Hymalayaexpedition (sehr berührend) -Abend ist bald zu Ende. Und morgen gehts mit meiner Mutter ab in den Seilpark. Ich freue mich schon riesig. Danach gehen wir noch was feines essen oder grillen oder was auch immer. Einfach was, das Spass mach.

Ansonsten möchte ich generell meine Schwingungen wieder erhöhen und mich positiv einstimmen. Auch mit Mentaltraining möchte ich wieder verstärkt einbauen. Es fordert einiges an Einsatz, aber es wird sich lohnen.

05.16.09

Abgrenzung

Veröffentlicht in Uncategorized um 10:56 von francy11

Ich merke, dass es mich in letzter Zeit wieder vermehrt in ein Fahrwasser zieht, das mir nicht gut tut. Ich lasse mich viel zu oft zutexten von Menschen, mit denen ich in diesem Augenblick eigentlich gar nicht zusammen sein mag. Das Zuhören kostet mich dann Energie und gleichzeitig werde ich nervös, weil ich etwas anderes machen möchte. Zusätzlich werde ich wütend auf mich selbst, weil ich mich nicht wehre und nicht mein Ding einfach durchziehe.
Meine Mitbewohnerin in allen Ehren. Sie ist eine liebenswerte Person und gibt sehr viel von sich. Jedoch sind die Gespräche mit ihr immer sehr ausführlich, und zwar auf einem Niveau, das mir nicht passt. Oft drehen wir uns immer um die selben Themen und meistens fehlt das faktenbasierte Argumentieren vollständig. Es wird gemutmasst, dies wird dann vermischt mit laienhaften Moralisieren und sowieso mit Pauschaldenken und Schubladisieren. Jedenfalls fehlt das notwendige Wissen, die Fakten, die für eine saubere Meinungsbildung notwendig wären. So beginnen mich die Gespräche bald mal zu nerven, vor allem dann, wenn ich noch anderes zu tun hätte.

Ich muss da jetzt wieder ein bisschen zurückschrauben. Morgen gehen mir inklusive hyperaktiven saugoof an eine Messe. Ich werde mich nach spät. 2 Stunden aus dem Staub machen, damit ich noch für mich sein kann. Ich mag es nicht, wenn ich am Ende des Wochenendes feststellen muss, dass ich die ganze Zeit nichts gemacht habe, als mich mit ihnen zu befassen. Ich muss noch ein gutes Gefühl erlangen für dieses Wochenende, sonst fängt der Frust wieder von vorne an.

Hochsensitivität

Veröffentlicht in Hochsensibilität, Hochsensitivität, Sensibilität tagged , , um 8:28 von francy11

Immer wieder finden Menschen meinen Blog durch das Stichwort Hochsensitivität. Dies hat mich dazu bewogen, noch etwas mehr zu diesem Thema zu schreiben.

Auf diesen Ausdruck bin ich dadurch gestossen, dass ich im Internet in der Suchmaschine meine Symptome eingegeben habe und auf die Internetseite der Highly Sensitive Persons gekommen bin. Später habe ich mir die entsprechenden Bücher bestellt in der Erwartung, mit meiner Gabe oder meinem Problem (je nach Blickwinkel) besser umgehen zu können. Nach dem Lesen war ich jedoch mehr deprimiert als ermutigt. Augrund dessen, was mir in dem Buch geraten wurde, fühlte ich mich, als könne man an der Situation überhaupt nichts ändern und müsse sich möglichst viel zurückziehen und Kontakte und Partys möglichst vermeiden. Es kam mir vor, als wollten sie mich dazu anweisen, mich bis ans Ende meines Lebens in einer Art Schutzglocke zu verkriechen und mir ja alle unsensiblen Menschen (also 85 Prozent der Menschheit) weit vom Leibe zu halten. Ausserdem, so hiess es, müsse ich dann gar nicht meinen, dass ich jemals ‘normal’ leben könnte. Das könne ich mir sofort abschminken.

Na toll, danke für die Aufmunterung. Das ist für eine zwar schüchterne, aber doch sehr kontaktfreudige Person wie mich, die das ganze Leben auskosten möchte ein Gräuel. Die Bücher liegen inzwischen verstaubt in der hintersten Ecke des Bücherregals. Ich habe für mich beschlossen, dass es auch für mich möglich ist, normal zu leben. Jetzt erst recht. Die Bücher waren insofern eine Hilfe, als sie mir bewusst machten, dass ich anders funktioniere als andere, das stimmt ja. Und es ist gut zu wissen, dass ich in gewissen Situationen anders reagiert habe, weil ich sensitiver bin. Und dass ich viel mehr Informationen auf einmal aufnehme und deswegen manchmal überfordert bin, nicht weil ich etwa schwach wäre. Die Bücher hatten also ihren Beitrag geliefert, doch bezüglich dem Umgang mit der ganzen Thematik gehe ich meinen eigenen Weg.

Meine Bulimie ist sicher unter anderem in der Hochsensitivität begründet und es ist gut, dies zu wissen. Ich war und bin täglich mit Unmengen von Stimmungen und Gefühlen konfrontiert, die ich nicht wie die meisten anderen Menschen filtern kann. Bei mir vermischten sich über lange Zeit die Gefühle anderer mit den eigenen, ich sah keine Grenzen mehr und fand mich im emotionalen Wirrwarr nicht mehr zurecht. Seit ich weiss, dass ich anders funktioniere und seit ich auch energetisch arbeite, kann ich dem jedoch ganz gut entgegensteuern. Natürlich erfordert es meinerseits Arbeit. Auf viele Situationen muss ich mich energetisch und/oder mental vorbereiten. Aber das geht immer schneller und immer besser. Ich bin überzeugt, dass es mir gelingen wird, trotz meiner Ausgangssituation ein normales Leben zu führen und auch mit Menschen aus den 85 Prozent der Normal-Sensitiven einen guten Kontakt zu pflegen.

Hochsensitivität hat zudem so viele positive Seiten. Diese möchte ich, wenn ich ehrlich bin, niemals mehr missen. Und deshalb freue ich mich jeden Tag ein bisschen mehr darüber, auch wenn es immer wieder harte Momente gibt.

Dieser Blog hier ist durchtränkt von meiner Hochsensitivität. Deshalb geht es eigentlich auch nicht darum, noch lange direkt über das Thema zu schreiben. Es widerspiegelt sich vielmehr und viel besser und deutlicher in jedem einzelnen meiner Einträge.

Besuch in der psychiatrischen Klinik

Veröffentlicht in Leben tagged , , , um 7:47 von francy11

Heute war ich meinen ehemaligen Nachbarn in der psychiatrischen Klinik besuchen. Er hat ein Alkohol- und Drogenproblem und trotzdem mag ich ihn sehr. Er ist sehr intelligent und hat einen tollen Humor. Ausserdem ist zwischen uns eine tiefe Verbindung und Vertrautheit, die ich nicht erklären kann, mir jedoch sehr gut tut.

Ich war vorher noch nie in einer psychiatrischen Klinik und muss sagen, ich hatte es mir weniger schlimm vorgestellt. Es ist tatsächlich ’so wie im Bilderbuch’. Wir sassen zusammen im Raucherabteil. Andere Patienten kamen und gingen. Diese Menschen haben ja nicht gerade ein Gespür für Distanz und so streckte mir ein sehr seltsam aussehender und sehr ungepfleger Mann seine mit teilweise rot (!) lackierten (!) Nägeln verzierte Hand entgegen und mir blieb nichts anderes übrig, als ihm die Hand zu schütteln. Ich ekelte mich – vor all diesen Leuten. Das schlimmste waren die Augen. Den Heroinabhängigen sah man ihre Sucht sofort an. Ich fragte jeweils meinen Nachbarn und hatte immer richtig getippt. Am sympathischsten war noch die Frau mit den verschnittenen Unterarmen. Sie hatte die sauberste und klarste Aura von allen. Offenbar hat sie keine Drogenprobleme. Einmal steuerte eine ganz schräge Gestalt auf unseren Tisch zu. Es war eine Frau, die total verwirrt aussah, sich so steif bewegte, als hätte sie einen Besenstiel im Rücken, und gleichzeitig einen leeren als auch starren Blick hatte. Ich schaute meinen Nachbarn fragend und auch etwas hilflos an, bis er verschmitzt meinte: ‘du, wir sind hier in der Psychiatrie, da kannst du nichts anderes erwarten“. Ich musste lachen. Ich liebe diese Art von Humor. Es half mir, die ganze Sache wieder etwas lockerer zu sehen.

Er war sowieso sehr amüsant. In den zwei Stunden, die ich da war, servierte er mir Cappuccino, Kaffee, Tee, Cola light und Kuchen. Ausserdem schenkte er mir eine Schachtel Pralinen und einen Stein in Herzform, den er selbst in der Gestalt-Therapie geschliffen hatte. Letzteres wäre mir bei allen (naja, fast allen) anderen Männern wohl sehr unangenehm gewesen, aber von ihm konnte ich es ohne weiteres akzeptieren. Es spielt keine Rolle, was alles dahinter steckt, es reichte mir, dass ich spürte, dass es wirklich von Herzen kam. Die ganze Szene, die sich in der Zeit wo ich dort war abspielte, kam mir vor wie in einem Film. Die Gespräche, die wir führten, die Momente des Schweigens, die Gesten, die Sonne, der Rauch, die anderen Patienten.

Anbei ein paar Gesprächsfetzen von meinem Besuch.

Dialog Nr. 1:

Ich: „Wie bist du eigentlich, wenn du normal bist, also ganz clean, ohne Drogen, ohne Medikamente“
Er: „Ich weiss es nicht“
Ich: „Ich glaube, du bist dann sehr schüchtern“
Er (guckt verlegen und schaut mich lange und sehr, sehr, sehr verlegen an): „Kann sein, ich weiss es nicht“
Der Rotnagelpatient (eher brüllend als sprechend, auf ihn zeigend): „Jaaa, ja, das stimmt“

Dialog Nr. 2:

Ich: „du hast Zähne wie ein Schwerverbrecher“
Er: „was? warum?
Ich: „wegen deiner Zahnlücke. Mit der hast du so ein fieses Lachen. Wie ein Schwerverbrecher“
Er (schaut mit offenem Mund prüfend in das Fenster, das sein Gesicht spiegelt): „Hey nein, ich dachte bisher immer, meine Zahnlücke sei cool…Ist es wirklich nicht schön? Soll ich sie korrigieren lassen?“
Ich (winke ab und fuchtle etwas verlegen um mich):“äh, nein, wegen mir musst du gar nichts korrigieren lassen. Ich meinte nur…“

Dialog Nr. 3:

Er: „Du siehst gut aus, so voller Leben.“
Ich: „Danke. Ich habe auch einiges dafür getan.“
Er: „Ich weiss.“
Ich: „Vor einem Jahr habe ich auch nicht gut ausgesehen.“
Er: „Du warst damals halt gestresst. Du sahst gestresst aus.“
Ich: „Ja, das war ich.“
Er: „Jetzt siehst du gelöst aus, als sei eine grosse Last von dir gefallen.“
Ich: „Aber du siehst sehr müde aus.“
Er: „Es geht, bin eigentlich nicht so müde. Oder doch, doch ich bin müde. Das ist von den Medikamenten. Sie gaben mir gestern wieder die Monatsdosis Neuroleptikum. Und dann bekomme ich noch Valium. Weisst du, Valium macht müde. Deshalb trinke ich so viel Kaffee, Cola, Red Bull. Ich putsche mich auf, dann betäube ich mich, putsche mich auf, betäube mich. So geht das.“
Ich: „Oh gott. Das ist nicht gut“
Er: „Hier drin halte ich es sonst nicht aus. Schau dich um. Wie kann man es hier sonst aushalten?“.

Dialog Nr. 4:

Er: „Du musst mir noch deine Adresse geben“
Ich: „wozu“
Er: „ich will dir meinen Business Plan schicken“
Ich: „Business Plan?“
Er (grinsend): „ja, ich nenn das so. Meine Pläne für wenn ich hier draussen bin. Meine Zukunftspläne. Ich schreibe sie auf und schicke sie dir.“
Ich: “ Ich gebe dir meine neue Adresse nicht?“
Er: „Warum nicht? Hast du Angst vor mir?“
Ich: „Angst nicht, aber ich will kein Theater haben mitten in der Nacht, ich kenne dich doch“.
Er: „Ich habe mich geändert.“
Ich: „Trotzdem. Aber du kannst die Post an die Adresse meiner Eltern schicken, dann wird sie automatisch an die neue Adresse umgeleitet.“
Er: „Ok, das ist gut. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um wieder Vertrauen in mich zu haben.“

Dialog Nr. 5:

Er: „Danke, dass du gekommen bist. Es hat mir sehr gut getan.“
Ich: „Bitte sehr. Schau gut zu dir“.
Er: „Ich ruf dich an.“
Ich: „Ok. Tschau.“
Er: „Tchau. Tschau. Tschau. Danke.“

05.14.09

Working on a dream

Veröffentlicht in Leben, Musik tagged , , , , um 3:13 von francy11

Vor einiger Zeit ist mir aufgefallen, dass mir immer wieder Musikstücke gefallen, die vom Inhalt/Text her zum entsprechenden Zeitpunkt in meinem Leben eine besondere Bedeutung haben oder sogar zukünftige Ereignisse vorausahnen lassen. So war ich vor ein paar Jahren total verliebt in einen Typen – und ich war überzeugt, dass was aus uns wird. Trotzdem hörte ich mir zu dieser Zeit ständig den Song „Heartbreaker“ an, ich ging richtig auf, währenddessen ich von einer schönen Zukunft mit ihm träumte. Ich kannte das Lied schon vorher, aber es hatte mich damals noch nicht so berührt. Jedenfalls ging es mir der Liebe wider erwarten schnell mal den Bach runter – er hatte mir das Herz gebrochen. Später wurde mir dann klar, warum ich warum ich so auf den Song Heartbreaker abfuhr. Obwohl das Ganze vielleicht ein bisschen banal klingt, hatte es für mich im Nachhinein eine grosse Bedeutung. Es war einmal mehr ein Wink für die Synchronizitäten im Leben.

Als ich von Australien zurück kehrte, hatte ich eine etwas abgeschwächte Form von Liebeskummer. Ich hing einem Mann nach, von dem ich wusste, dass ich ihn wohl nicht mehr wiedersehen würde. Zu dieser Zeit gefiel mir das Lied „when will I see your face again“ unheimlich gut. Heute kann ich das gar nicht mehr richtig nachvollziehen. Mir war damals gar nicht so richtig bewusst, dass es mit ‘ihm’ zu tun hatte.

Nachdem ich schon eine Weile meinem neuen Job nachging und dabei total unglücklich war (ich ging jeden Tag weinend nach Hause und war total unfähig, irgend etwas an der Situation zu verändern) hörte ich mir auf einmal total gerne den Song „irgendeinisch fingt s’Glück eim“ („Irgendwann findet einen das Glück“), obwohl ich den Song vorher jahrelang überhaupt nicht mochte. In meiner damaligen Verzweiflung blieb mir offenbar nichts anderes übrig, als darauf zu warten, dass es irgendwann besser wird. Erst später fiel mir der Zusammenhang zwischen dem Songtext und meiner damaligen Situation auf.

Inzwischen habe ich wieder Kraft, Pläne, Freude, Ziele…und ich fliege total auf den Song von Bruce Springsteeen: i’m working on a dream! Ja, ich arbeite jetzt daran, meine Träume zu verwirklichen und ich freue mich, dass so ein positiver Song inzwischen in Resonanz mit meinem Leben geht.

Achtet doch auch mal auf gewisse Parallelen zwischen eurer jetzigen Situation und gewissen Songs, die euch zu dieser Zeit besonders ansprechen.

Power – Erschöpfung

Veröffentlicht in Leben tagged , , , , um 10:15 von francy11

Jetzt wo ich in meinem Job saisonbedingt nichts mehr zu tun habe und mir somit abends keine angsterfüllten Gedanken machen muss bezüglich dem nächsten Tag, habe ich viel neue und wertvolle Zeit gewonnen. Den anderen im Büro ist langweilig; ich bin froh, dass ich mal durchatmen kann. Ich habe mich für verschiedene Kurse angemeldet (Malkurs, Medialitätskurs, Tanzkurs, Sprachkurs) und freue mich schon riesig. Plötzlich habe ich innerlich eine enorme Kraft bekommen, eine grosse Power, ich könnte Bäume ausreissen und das Leben kann mir nicht schnell genug gehen.

Vorgestern im Büro drehte ich fast durch, weil ich einen so starken Bewegungsdrang verspürte. Am liebsten wäre ich sofort losgejogggt. Ich musste sogar früher Feierabend machen, weil ich es nicht aushielt. Endlich habe ich wieder Energie, um Sport zu machen. Eine Zeit lang konnte ich nicht mal mehr rennen, so energielos war ich.. ich war gezwungen zu spazieren, statt zu laufen. Und das mit meinen 28 Jahren.

Seit gestern liege ich nun krank im Bett. Ich weiss nicht, was mir das wieder sagen will. Manchmal bin ich enttäuscht, es scheint, als ob mich immer etwas bremsen will, sobald ich mal wieder mehr unternehme und das Leben wieder zu geniessen beginne. Das macht mich wütend, traurig, hilflos. Vielleicht ist es, weil ich sofort wieder übertreibe und ins andere Extrem zu fallen drohe, weil ich Gefahr laufe, den Boden unter den Füssen zu verlieren, ich weiss es nicht. Jedenfalls bleibt mir nichts anderes übrig, als dies anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Das Gute ist, dass ich ich endlich mal wieder Gelegenheit habe, genug zu schlafen. Besser gesagt, ich werde zum schlafen gezwungen, weil ich so erschöpft bin.

Ich hoffe, dass die Power nach meiner Genesung wieder zurückkehrt!

05.10.09

Ich bin gut

Veröffentlicht in Angst, Freundschaft, Neue Pläne, Selbstwert tagged , , , , , , , , um 11:31 von francy11

Obwohl ich schon seit drei Wochen wieder zurück bin, schreibe ich erst jetzt. Es ist so viel passiert, dass es gar keinen Sinn gemacht hätte, alles sofort aufzuschreiben.

Die Ferien waren gut, aber auch sehr anstrengend. Meine Reisebegleitung, die ich bis dahin sehr bewunderte, weil sie sowohl wunderschön als auch sehr durchsetzungsfähig und enorm beliebt und erfolgreich ist, war im Gegensatz zum vorherigen Mal sehr verkrampft und äusserst egozentrisch. Ihr Verhalten liess mich am Anfang der Reise sehr an mir selbst zweifeln. Später fing es an, mich so richtig zu ärgern und am Ende war ich soweit, dass ich nur noch froh war, dass ich bin wie ich bin und nicht so nervös, arrogant und ängstlich wie sie. Plötzlich wurde mir klar, dass ich verdammt gut bin, so wie ich bin. Aus dieser Perspektive bin ich natürlich auch ihr sehr dankbar, auch wenn sie mich teilweise zu Tode nervte.

Ist es nicht schön, wenn man solche Erkenntnisse haben darf? Das neue Gedankengut begleitet mich seit der Rückkehr und ich konnte schon sehr viel daraus schöpfen. Natürlich gibt es noch Momente, in denen ich mich unzulänglich fühle. Aber das Grundgefühl hat sich geändert und bewegt sich langsam aber stetig Richtung oben.

Mit dem neuen Hintergrund fällt es mir leichter, gewisse Dinge zu üben. Beispielsweise arbeite ich zurzeit daran, mich nicht mehr so sehr auf das Wohlergehen anderer zu konzentrieren. Früher habe ich mich immer so verhalten, dass ich es anderen recht machte und sie sich gar nie hinterfragen mussten. Im Notfall ging es auch soweit, dass ich mich in bestimmten Situationen richtiggehend zum Affen machte und mich verleugnete. Jetzt will ich üben, so zu reagieren wie ich wirklich will und wie es mir gut tut und es den anderen überlassen, wie sie damit umgehen. Wenn man dies sonst nie gemacht hat, braucht es sehr viel Mut, weil man für eine kurze Zeit in ein grosses Loch fällt und am liebsten sterben möchte. Doch wenn man da hindurch geht, dann erlangt man eine zuvor nur ansatzweise erahnte Freiheit und Souveränität.

Es ist schwierig für mich, ein konkretes Beispiel einer solchen Situation zu nennen, weil es meinen ganzen Alltag, mein ganzes Leben betraf. Eigentlich gab es keine Situation, in der ich mich nicht den anderen anpasste. Schon nur, wenn es darum ging, mit Freunden zu vereinbaren, wo und wann man sich verabredete. Ich schaute immer darauf, dass es den anderen passte, auch wenn ich dafür eine halbe Stunde opfern musste, in der ich eigentlich noch was anderes zu tun gehabt hätte. Damit ist jetzt Schluss. Ich bin nicht total radikal, aber wenn ich keine Lust habe, dann sage ich: 8 Uhr oder sonst geht es mir nicht. Später passt nicht, früher auch nicht. Das ist nur eines von tausenden Beispielen. Ein solches Verhalten birgt natürlich das Risiko, dass ich alle Freunde, die ich bisher hatte, verliere, weil es bisher eben nur so schön funktionierte, weil ich mich anpasste.

Dieses Risiko muss ich leider eingehen und den Preis bezahle ich gerne, weil ich auf Freundschaften auf Basis meiner Selbstverleugnung gerne verzichten kann. Es ist mir noch wichtig zu betonen, dass ich meine Freunde hiermit in keiner Weise angreifen oder beschuldigen möchte. Sie haben ihren Job getan, und dies sogar verdammt gut. Ich bin dankbar, dass ich dadurch lernen durfte, auch wenn es teilweise sehr schmerzlich war und mich der grösste Schmerz vielleicht noch erwartet, falls es zum Ende der Freundschaft führen würde.

Doch wenn man sich entwickelt und dies dann noch in einem anderen Tempo oder in eine andere Richtung hin als die Freunde, dann muss man auch wieder Abschied nehmen, auch wenn es weh tut. Beim Übergang von alten Freundschaften zu neuen, kann man sich zeitweise wie in einem Loch fühlen. Völlig alleine und ohne Halt. Ohne Perspektiven auf Neues, ohne Rückhalt des Alten. Doch auch dies gilt es auszuhalten. Oftmals muss man das Alte loslassen, auch wenn man das Neue noch nicht sieht. Dies ist der beste Nährboden, um Platz für das Neue zu schaffen. In dieser Zeit kann man viel Klarheit gewinnen, bisher erlebtes neu einordnen und daraus lernen. Es ist immer unangenehm, wenn man sich allein fühlt und vor allem keine Aussichten auf Besserung hat. Doch das Neue kommt unweigerlich, sobald man innerlich bereit ist dafür. Und wenn man aus dem bisher Erlebten etwas gelernt hat, dann kommt es garantiert auch besser, dass ist ein kosmisches Gesetz.

Daran will ich ganz fest glauben. Meine Freundschaften waren schon immer wackelig und ich konnte mich noch nie richtig darauf vertrauen. Vielleicht hilft mir das jetzt umso mehr beim Loslassen und beim Zulassen von Neuem. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und übe fleissig weiter…