07.17.09
Altes Leben und neue Perspektiven
Gestern war ich bei einer spirituellen Beraterin. Ich war zuvor erst ein mal bei ihr und ich kenne sie sonst nicht. Obwohl ich nach dem ersten Besuch dachte, es hätte mir nicht so viel gebracht, hat es langfristige Auswirkungen auf meine Denkweise. Sie riet mir schon damals, meinen Job mehr oder weniger per sofort hinzuschmeissen und mir etwas zu suchen, das mir wirklich entspricht. Damals weigerte sich so ziemlich alles in mir, diesen konsequenten Weg zu gehen. Ich dachte an die finanzielle Unsicherheit, die mich erwarten würde, an den Status, den ich abgeben müsste und vor allem an meinen ausschweifenden Lebensstil, den ich nicht einfach so aufgeben wollte und wahrscheinlich auch nicht so rasant hätte ändern können. Ich dachte auch daran, dass ich doch Erfolg haben will im Berufsleben und dass es mir doch wichtig ist, weiterzukommen und dass ich schliesslich studiert habe und daraus etwas machen will. Nicht zuletzt gehen alle meine Freude diesen Weg. Es hätte mein Ansehen verringert. Aus meiner Sicht jedenfalls. Ach ja: nicht zu vergessen: Zukunftsängste (Danke liebe Angst, dass du auch wirklich immer da bist).
Gestern war es wieder ähnlich. Sie fragte mich,warum ich mir das antue, warum ich mich so quäle. Und sie zeigte mir Eigenschaften von mir auf, die nur darauf warten, ausgelebt zu werden. Wir machten zu diesem Thema eine kurze Meditation. Dabei fühlte ich eine ganz neue Energie – oder soll ich sagen: eine altbekannte..Es ist eine Energie, die ich von den guten alten Zeiten kenne, als es mir wirklich gut ging und ich noch das machte, was mir wirklich gefiel und nicht das, von dem ich meine, ich sollte es tun. Sie erzählte mir dann auch von ihrem Mann, einem Deutschen, der sich vom einen Tag auf den anderen seinen lang gehegten Wunsch erfüllte, seinen gut bezahlten Job in Deutschland zu kündigen und in die Schweiz zu ziehen. Ohne vorherige Aussicht auf eine neue Stelle fand er innerhalb von 3 Monaten eine Arbeit in der Schweiz. Bei diesem Beispiel gehts dann auch um das Vertrauen. Das Vertrauen, dass es schon gut kommt. Dass sich eine Tür öffnet, wenn man eine andere schliesst.
Schön und gut. Für den Bruchteil einer Sekunde, war mir sonnenklar, dass es tun muss: gehen. sofort. Doch kurz darauf meldeten sich alle oben genannten Punkte. Ich wusste, dass ich noch längers Zeit haben würde, mich zu entscheiden, deshalb setzte ich mich nicht unter Druck. Ich dachte mir: die nächsten Wochen kannst du dir das alles in Ruhe überlegen. Nimms locker, es kommt schon gut. Was mir im Nachhinein noch auffiel, und das ist etwas ganz interessantes: Ich kenne mich ja als eher unselbstbewusste Person. Diese bin ich, wenn ich mich in meinem Alltag bewege, so v.a. in der Firma im Kreise aller Mitarbeiter. In der erwähnten Mediation, wo ich mein gewünschtes berufliches Umfeld betrachtete fühlte ich mich weit weniger unsicher und mein Selbstbewusstsein war grösser. So kann ich seither viel besser verstehen, woher das Selbstwertproblem rührt und dass es längst nicht alle Lebensituationen abdecken muss. Ich kann das jetzt besser unterscheiden. Man ist naturgemäss dort selbstbewusst, wo man sich geborgen und zu Hause fühlt und sich nicht zuletzt sehr gut auskennt. Dort kann einem keiner was und das strahlt man auch aus.
Die Aussicht darauf, dass ich vielleicht bald kündige und irgend einen Job suche, der vielleicht noch nicht perfekt ist, aber mich an das hinführt, was ich wirklich will, gab mir einen neuen Kick. Ich weiss noch nicht, ob ich es wirklich durchziehen werde, da ich finanziell echt die Panik habe, aber ich habe ja eben noch Zeit.
Es ist hart, zu realisieren, dass ich beim Lebensstil meiner Freunde nicht mithalten kann. Ich wollte immer dazugehören, ganz normal leben, einen Job haben, ein paar Hobbies, den Haushalt gut pflegen. Ein Häuschen, einen Mann, zwei Kinder (wenns denn sein muss), einen Hund und zwei Katzen. Die meisten meiner Freunde werden genau dies bald einmal haben. Ich finde das schön. Aber es gehört nicht zu mir. Wenn ich genau das haben könnte für – sagen wir – 20%, also einen Tag in der Woche, wäre das gut und recht. Die restliche Zeit bräuchte ich aber für alles andere, was ich persönlich noch erreichen und unternehmen will. Ich bin einfach ein kleiner Freak, das kriege ich immer wieder zu hören. Ich fasste das oft als Beleidigung auf, vor allem aber als Abgrenzung. Sie sagten damit: wir sind hier und du bist da und wir werden dich nie ganz verstehen können. Ja meine Güte, ich bin ein Freak und mittlerweile kann ich damit leben. Ich muss es nur noch in mein Leben sinnvoll integrieren können und dann wirds richtig cool. Vielleicht braucht es noch Zeit, vielleicht brauche ICH noch Zeit, aber ich bin zuversichtlicher geworden. Zuversichtlicher in der Hinsicht, dass ich wirklich zu glauben beginne, dass ich irgendwo gebraucht werde.
07.14.09
Zwei Tage harte Arbeit..
..habe ich nun hinter mich gebracht und ich lebe noch. Wenn ich von harter Arbeit rede, meine ich: Arbeit unter psycho-Druck, in Teams mit Egozentrikern, Arbeitsempo jenseits des ertragbaren und all das…
Etwas Gutes kann ich schon mal berichten. Dadurch das ich im Frühling genug Zeit hatte, mich in die Materie besser einzulesen, bewege ich mich im Arbeits-Umfeld und gegenüber Kunden schon etwas sicherer. Ich habe erst durch das Studieren des Fachlichen gemerkt, was ich vorher gar nicht wusste. Kein wunder, guckten die mich komisch an oder machten Sprüche, wenn ich vom simpelsten Ding keine Ahnung hatte. Aber egal was die anderen sagen und denken: Ich bin besser geworden und das ist doch schon mal gut. Das heisst leider nicht, dass es weniger anstrengender ist, denn so kriege ich immer mehr zu tun von dem, was ich eingetlich eh schon lange in mein Tätigkeitsfeld hätte aufnehmen müssen. Aber egal, ich freue ich einfach darüber, dass es auch mal was Gutes zum Berichten gibt. Die nächste Angst kommt bestimmt.
07.12.09
Ängste bewältigen
Es nervt mich, immer wieder mit diesem Thema konfrontiert zu werden. Aber es nützt auch nicht, es zu verleugnen. Sie sind nun mal da, die Ängste. Ich habe Angst vor morgen, Angst vor dem was kommt, Angst vor unbekannten Situationen, Angst, Fehler zu machen, Angst zu versagen, Angst, blöd dazustehen, Angst, dass andere über mich reden und mich auslachen, Angst, Angst, Angst. Ich mag sie nicht, diese Angst. Sie lähmt mich. Sie hindert mich daran, mein Wochenende zu geniessen und wenigstens in meiner Freizeit gelassen zu sein.
Angst ist nicht gesund. Sie versetzt Körper und Seele in Dauerstress. Richtige Erholung ist nicht mehr möglich. Deshalb ist es umso wichtiger, die Angst so schnell und so gut es geht zu bewältigen. Mit der Klopftechnik EFT konnte ich bisher schon viel erreichen, aber wenn es ganz schlimm ist, dann hilft auch das nicht zu 100%. Dann hilft nur noch abzuwarten und zu hoffen, dass es doch nicht ganz so schlimm
kommt, wie befürchtet. Ein gutes Mittel ist auch, der Angst in die Augen zu schauen. Dann verschwindet sie immer ganz kleinlaut. Das Problem dabei ist, dass die Angst manchmal so gross ist, dass man sich nicht getraut, sie wirklich anzuschauen. Die so sehr gefürchteten Situationen sind so schlimm, dass man sich in diesem Moment nicht noch näher damit beschäftigen will und wiederum Angst hat, sich schon nur gedanklich und gefühlsmässig damit zu konfrontieren. Besser ist da schon, einfach immer möglichst im Augenblick zu leben und nicht zu sehr an das Morgen zu denken. So haben Ängste gar keinen Platz.
Nur ist dies alles natürlich leichter gesagt als getan. Ich konnte mein Wochenende jedenfalls nicht wirklich geniessen, weil ich so Angst habe vor nächster Woche. Ich bin körperlich wieder verspannt und blockiert und es geht mich einfach nicht gut. Was soll man da noch sagen? Bescheuert, und doch kann ich es momentan nicht ändern.
Egal..mit einer guten Freundin habe ich heute besprochen, dass es wohl besser ist, wenn wir wieder ein bisschen mehr Alkohol trinken, alles wieder ein bisschen lockerer nehmen, wieder mehr über die Stränge schlagen, mehr feiern und einfach ein bisschen mehr über das Gute reden als über das, was uns belastet.
In dem Sinne: alles Gute für dich und auch für mich.
07.08.09
Bulimie und Gefühle
Bulimie hat viel damit zu tun, dass man Gefühle nicht zulässt und sie durch Essen unterdrückt. Wenn man Bulimiekranke im alltäglichen Leben beobachtet, klingt das auf den ersten Blick ziemlich unglaubwürdig. Betroffene sprechen im Allag sehr wohl über Gefühle, Sorgen und Nöte. Doch meist reden sie um den wirklich heissen Brei herum und erkennen am Ende selbst nicht mehr, dass sie die WAHREN Gefühle nicht annähernd zulassen, ja nicht mal wahrnehmen.
Durch meine Therapie werde ich langsam aber sich auf dieses Phänomen aufmerksam. Wenn ich den Drang verspüre, mich vollzustopfen, versuche ich, so gut es geht, in mich hinein zu hören und zu ergründen, was genau ich nicht sehen, erkennen oder fühlen will. Mittlerweile weiss ich ziemlich genau, welche Gefühle ich unterdrücke, dies bedeutet aber noch lange nicht, dass das Problem damit gelöst ist. Mit wissen allein wurden bekanntlich noch keine Häuser gebaut.
Die negativen Gefühle, die sich da aufbauen, entstehen natürlich nicht aus dem heiteren Himmel. Meist resultieren sie aus einer konkreten Situation, bei der mir etwas peinlich war oder ich mich ganz einfach unzulänglich fühlte. Sobald ich nach einem solchen Erlebnis für mich alleine bin, schlägt der innere Saboteur gnadenlos zu. Das kann sich jemand Aussenstehendes wahrscheinlich nicht vorstellen, aber auf eine Art ist es – im Endeffekt – das Gefühl, sterben zu müssen. Etwas präziser ausgedrückt, habe ich das Gefühl, als ob ich in alle Richtungen zerfleddere oder auseinandergerissen werde. Ich spüre in diesem Moment mich selbst kaum mehr, bin in Gedanken nur noch bei den anderen und frage mich, was diese wohl jetzt von mir denken, oder was sie über mich reden. Ich kann mich dann gar nicht mehr richtig kontrollieren, schwebe ein paar Zentimeter über dem Boden und möchte mich nur noch umbringen.
Wenn ich mir das so überlege, erkenne ich, dass da sehr viel Übertreibung mitspielt. Auf eine Art stelle ich mich so in den Mittelpunkt des Geschehens und habe das Gefühl, es geht nur um mich, ich denke dann, die anderen reden den ganzen Abend über nichts anderes als darüber, wie doof ich mich verhalten habe. Rein mental weiss ich, dass dem höchst wahrscheinlich nicht so ist, aber gefühlsmässig – und das ist leider ausschlaggebend – werde ich im negativen Sinne total überwältigt und mitgerissen.
Ich weiss noch nicht genau, was ich tun soll, um solche Situationen in Zukunft zu verhindern, besser gesagt, um mit den Gefühlen besser klar zu kommen. Es fällt mir sehr schwer, die Gefühle wirklich zuzulassen, denn in diesem Fall müsste ich die Gefühle, eben wirklich ‘fühlen’, und das kann für diesen Moment der Horror sein. Dennoch glaube ich, dass genau darin die Heilungschance liegen würde. Denn so würde ich erkennen, dass ich gar nicht sterben muss und auch nicht zerfleddere, sondern einfach weiter lebe. Ich hoffe, dass ich bald so stark und soweit bin, dies auszuhalten und einen grossen Schritt weiter zu kommen.
07.07.09
Wie fühlt man sich…
… wenn man von der Chefin darauf aufmerksam gemacht wird, dass man unmotiviert, desinteressiert und faul wirkt („das sagen ALLE im Büro über dich“) und einem nahegelegt wird, eine Weile unbezahlten Urlaub zu nehmen
… wenn man danach die falsche Autobahn erwischt
… und anschliessend von der Polizei beim sms schreiben erwischt wird, weil man jemanden mitteilen will, dass man die falsche Autobahn erwischt hat ( Kostenpunkt CHF 600 – selber schuld das ist mir klar)
nachdem einem vor ein paar Wochen etwa CHF 900 gestohlen wurde.
ich kann euch sagen, wie man sich fühlt:
sehr sehr beschissen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!