Juni 20, 2011
Traurig
Das Leben kann schon sehr bitter sein. Lässt einen die schönsten Momente haben, glücklich sein, geniessen, Freude haben, ohne den geringsten Hinweis darauf, dass dies alles teuer mit vielen Tränen bezahlt werden muss. Ich bin verdammt traurig. Und ich bin es langsam leid, traurig zu sein. Immer wieder falle ich auf diese bittersüssen Begegnungen herein und immer wieder von neuem leide ich danach wie blöd still vor mich hin. Ich bin einfach nur traurig, sehr traurig. Warum erst jetzt? Meine Bali-Liebesgeschichte ist ja nun auch schon zwei Wochen vorbei. Warum also erst jetzt? Weil sich erst jetzt die Gewissheit über das Ende dieser Liebschaft in allen Zellen meines Körpers festsetzt und auch die hinterste Kapillare endlich begriffen hat, dass es eine Beziehung ist oder war, die nicht ewig dauern wird. Im besten Fall noch so lange, wie ich auf Bali in Zukunft Urlaub machen werde.
Täglich weine ich still vor mich hin. Es ist nicht diese trotzige Trauer, die ich sonst so oft empfinde und die ich notfalls auch mit einer alternativen Affäre zu überwinden versuchen würde. Nein, es ist eine Trauer, von der ich weiss, dass ich sie einfach durchleben muss und dass es im Hinblick auf die schöne Verbindung, die wir haben, eine Schande wäre, sie mit einer Affäre übermalen zu versuchen. Es war eine schöne Zeit und wir waren uns sehr nah und jetzt ist es halt zu Ende und jeder geht seinen Weg. Ich könnte kotzen, aber so ist das Leben.
Das Einzige, was mich immer wieder zum Nachdenken bringt: Leiden die Männer generell eigentlich auch an Liebeskummer? Es kommt mir immer so vor, als sei ich in meinen vergangenen Liebesgeschichten immer die einzige, die am Schluss traurig war und damit klarkommen musste. Die Männer konnten das immer sehr gut wegstecken. So machte es jedenfalls wirklich auf mich den Eindruck und das macht mich verrückt. Ich verstehe das nicht und ich komme mir dann auch ziemlich blöd vor.
Ich weiss, dass ich das alles akzeptieren muss und dass ich die Konsequenzen meines Handelns schon vorher abschätzen konnte. Aber ich bin ein Künstler im Ausblenden. Die Rechnung erhalte ich dann jeweils ziemlich überraschend. Natürlich ist es auch schön, weil ich immer wieder wunderbare Begegnungen habe, die mich tief berührern oder sehr lehrreich für mich sind. Aber es macht mich manchmal auch müde und ich denke dann, ich bin dem allem gar nicht gewachsen.
Weiss auch nicht. Gehe jetzt erst mal schlafen und versuche mich zu beruhigen. Ich hoffe, das Leben ist bald wieder etwas liebevoller zu mir.