Juli 10, 2011
Schmerz
Nun also doch…Nach all dem Kontakt, denn ich hatte mit meinem “Lover” auf Bali, gibt es nun eine Art Ruhepause. Er ist beschäftigt mit den dortigen Feierlichkeiten. Die Balinesen feiern teilweise tagelange Zeremonien und zurzeit ist dort so was ähnliches wie bei uns Weihnachten. Kurzum: ich hatte eine Weile gar nichts mehr von ihm gehört. Er war nie mehr auf Skype, nicht auf Facebook und auch nicht per Handy erreichbar. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und schickte ihm eine SMS, er solle mir bitte mitteilen, ob er noch lebe, ich mache mir Sorgen. Darauf schrieb er mir dann zurück und erwähnte die Feierlichkeiten, mit denen er sehr beschäftigt sei. Es geht ihm gut. Und mir geht es schlecht. Wegen ihm. Und das ist nicht gut.
Ich bin wirklich sehr am trauern. Es ist ja nicht so, dass er mich jetzt offiziell verlassen hätte oder so was. Aber mir wurde einfach von selber bewusst, dass von dieser Beziehung in Zukunft nichts zu erwarten ist. Jedenfalls nichts, was mir wirklich das geben kann, was ich brauche. Und diese Erkenntnis ist verdammt hart. Es ist so krass, was ich im vergangenen Monat für ein Leben führte und es immer noch tue, zumindest nun mit dem Versuch, endlich etwas grundlegend zu ändern. Ich bin seit der Rückkehr von Bali gar nicht mehr richtig zu Hause angekommen. Ich war in einer Zwischenwelt stecken geblieben, vielleicht sogar in Bali geblieben mit dem Herzen. Nichts hat mir mehr wirklich Spass gemacht und ich empfand für nichts mehr wirklich Freude hier. Nicht mal mehr an Treffen mit Freunden konnte ich viel abgewinnen. Ich war immer froh, wenn ich wieder in meinen eigenen vier Wänden war und darauf hoffen, konnte mit ihm zu skypen oder zu chatten. Ich weinte fast jeden Tag. Auf Sport hatte ich keine Lust mehr, die täglichen Pflichten machten mir Mühe und ich war einfach nur noch müde. Fast schon lebensmüde. Des Weiteren spürte ich immer mehr, dass dies nicht gut war, dass es nicht geht, dass ich so am Leben vorbeilebe. Ich wusste ja auch, dass er in Bali sein Leben so weiterlebt und damit sehr zufrieden ist. Und dass er mich vielleicht zwar schon vermisst, aber deshalb sicher nicht aufhört, sein Leben zu geniessen und seinen Spass zu haben.
Inzwischen bin ich für die Kontaktpause sehr dankbar, denn sie zwang mich, wirklich hinzuschauen und mein Leben hier wieder aufzubauen. Ich musste mir bewusst werden, was und wen ich hier habe und wie ich es am Besten auf die Reihe kriege, um das Leben hier zu geniessen. Der Weg zu der Erkenntnis war und ist hart. Ich weine oft. Oft auch vor anderen Leuten. Wenn ich aus bin, im Zug, an Treffen mit Freunden, auf dem Weg zur Arbeit, bei der Arbeit, auf dem Nachhauseweg. Und es sind bittere und schmerzvolle Tränen, die irgendwo aus dem tiefsten inneren Trauerschmerz hervorquellen. Es ist so hart. Und gleichzeitig weiss ich, dass es irgendwann vorbei sein wird und ich auch hier wieder Freude empfinden und glücklich sein kann.
Es ist jetzt Wochenenede und alle meine engen Freunde sind nicht da. Heute war ein schöner Tag und ich war schon wieder halbwegs depressiv, weil alle weg sind und ich allein bin. Dennoch bin ich stolz, was ich aus dem heutigen Tag gemacht habe. Kurz vor Ladenschluss ging ich mir eine wasserdichte Tasche kaufen, in die man seine Wertsachen inkl. Handy verstauen, und die man zum Schwimmen mitnehmen kann. Ausgestattet mit Bikini, einem Kleidchen, einem Badetuch nd meinen Flipflops ging ich runter zur Aare. Ich verstaute mein Kleidchen und das Badetuch in die wasserfeste Tasche, band die Flipflops aussen fest und sprang ins kühle Nass. Es war saukalt, aber es machte so viel Spass, mit all den anderen Leuten das Schwimmen in der Aare zu genissen. Da ich alle meine Sachen bei mir hatte, musste ich dann auch nicht mehr den ganzen Weg zurück laufen, um meine Sachen bei der Einstiegsstelle wieder abzuholen. Ein Mann sprach mich dann am Ufer noch an und fragte nach dieser Tasche, wo ich die her habe und dass das ja voll ne super Sache sei und er wünsche mir noch viel Spass. Auf Höhe des Schwimmbades, das sich in der Nähe befindet, stieg ich aus. Ich ging zum Restaurant und kaufte mir etwas zu Essen, legte mich auf die Wiese und liess mich von der Sonne aufwärmen. Danach ging ich nochmals kurz schwimmen, bis ich dann endgültig zu unterkühlt war. Zufrieden machte ich mich auf den Heimweg, schaute noch etwas fern und schlief dann bis 23 Uhr auf dem Sofa ein. Es war jetzt zugegebenermassen nicht das totale Superhighlight gewesen, aber ich finde, dass es ein guter Start war, mein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Es machte mir im Gegensatz zu sonst auch nichts aus, dass ich alleine unterwegs war. Es war okay für mich, alleine zu sein und die Kälte des Wassers erdete mich gut und linderte meinen Schmerz etwas.
Sowieso kann ich mittlerweile sagen, dass ich nicht mehr so traurig bin wie noch vor ein paar Tagen. Ich gebe mir wirklich Mühe, mich hier wieder einzugliedern, versuche aber auch, meinen Schmerz zu akzeptieren. Gleichzeitig stelle ich mir immer wieder die Frage, was ich denn falsch gemacht habe und wie ich es verhindern kann, wieder so stark leiden zu müssen. Denn das will ich wirklich nicht. Es würde mich kaputt machen und ich habe so riesige Angst davor. Ich habe heute noch etwas genauer über die Sache sinniert und mir ist da eine Sache besonders aufgefallen: meistens wenn ich mich verliebe, habe ich das Gefühl, dass es eher einseitig ist. Meistens verliebe ich mich zwar deshalb, weil die Männer auf mich zukommen, mir schöne Augen machen, mir die Dinge sagen, die ich hören will. Aber sobald ich dann angebissen habe, merke ich, dass ich diejenige bin, die abhängiger ist. Die Männer könnten gut auch ohne mich leben. Sind vielleicht gerne mit mir zusammen, es würde sie aber auch nicht gross stören, wenn ich nich da wäre. Das ist für mich nicht gut. Ich wünsche mir so sehr einen, dem es so geht, wie mir. Dass er mich vermisst, dass er mich bei sich haben möchte, dass er mich wunderschön findet, sich nach mir sehnt, meine Nähe sucht, mir weiterhin zeigt dass er mich sehr mag. Und nicht bei der kleinsten Schwierigkeit abhaut. Ich möchte einen, der wirklich verrückt nach mir ist und mir das auch zeigt und der vor allem, und das ist sehr wichtig, auch damit umgehen kann. Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass ich ihn toll finde und es ihm egal ist. Ich möchte einfach, dass alles gegenseitig ist und man dies spürt.
Wahrscheinlich muss ich bei der Auswahl meiner Liebschaften einfach noch mehr acht geben, dass es einer ist, der meine Erwartungen wirklich erfüllt und nicht einer, bei dem es anfangs einfach so aussieht aber dann gar nicht so ist. Vor allem aber darf ich mich nicht dafür verurteilen, dass ich es schon wieder falsch gemacht habe. Denn das Leben ist da um zu lernen. Das klingt jetzt so leicht, ist es aber nicht. Ich glaube, ich habe direkt wegen einem Mann noch nie im Leben so stark gelitten, es hat noch nie so grundlegend geschmerzt und die Erkenntnisse waren noch nie so hart und gnadenlos. Ausserdem habe ich zumindest jetzt noch absolut keinen Plan, wie ich so was das nächste Mal vermeiden könnte. Ich habe das Gefühl, ich würde gleich wieder genau den gleichen Fehler machen und das macht mir wirlich Angst. Ich weiss nicht, ob ich mich irgendwann auf einen Mann einlassen kann, bei dem ich absehen kann, dass er mich nicht so verletzt wie das die anderen bisher taten. Und ich frage mich, ob es je soweit kommen könnte dass ich einen Mann so verletzten könnte, wie ich selbst verletzt worden bin. Nicht dass ich das wollte, ich frage mich nur, ob das überhaupt mal möglich wäre. Bisher war es nur umgekehrt.
Ich hoffe und bitte sehr darum, dass ich es irgendwann schnalle, dass ich irgendwann den scheiss Fehler nicht mehr mache, mich in einen Mann zu verlieben, der mich dann verletzt oder mich in eine Situation bringt, in der ich mich verletzt fühle. Denn das halte ich bald nicht mehr aus. Ich muss da wohl noch sehr gewissenhaft über die Bücher.
Messerjocke sagte,
Juli 11, 2011 um 2:56 pm
Oftmals sind es die kleinen Dicke des Lebens, welche einem Freude bereiten-das ist die Lehre, welche ich beim PTV erfahren habe. Wir haben noch den Vorteil, dass wir selbstbestimmt sein dürfen. Andere, und damit meine ich meine Heimbewohner, sind dazu nicht mehr in der Lage, weil sie sowas wie Altag nicht bewältigt bekommen. Das Problem an der Sache ist nur, dass es einem die wichtigen Kleinigkeiten nicht auffallen.Wichtig ist-Wenn Du den Aare-Gang genossen hast, dann war das richtig so!
Lerne auf Dich zu achten.
Lerne auf Dich zu hören.
Lerne zu verstehen, was DU willst.
Denn das hast Du nie gemacht und zahlst immer den Preis….
Lerne Dich selber kennen! Wofür Du stehst! Was Du willst! Was Du magst!
Wir Männer sind nicht nur Jäger und Sammler, sondern auch wie kleine Kinder. Was andere haben, wollen wir auch haben und was blitzt und glänzt, soll unser erst recht sein.
Lerne das Lachen und wenn Du standhaft wie ein Leuchtturm bist, der den Seemännern den richtigen Weg weißt, dann sind sehr viele bald in Deinem ganz persönlichen Hafen-Deinem Herzen!
Strahle, Zola….Strahle
Tom